GerichtsurteilHerford: Mann darf trotz Hartz-IV sein Haus behalten

Ein Mann aus Herford sollte sein Haus verkaufen, weil er Hartz-IV bezog. Ein Gericht gab dem Lageristen nun Recht - er darf in seinem Eigenheim wohnen bleiben.

Ein Hartz-IV-Bezieher und ein Haus? Das mag im ersten Moment komisch klingen. In diesem Fall aus dem Raum Kassel handelt es sich aber um einen besonderen Härtefall: Ein Lagerist aus Herford hatte einen Arbeitsunfall, bezog über ein Jahr lang Krankengeld. Danach musste er Arbeitslosengeld II beantragen. Daraufhin wurde geprüft, inwieweit der Mann noch erwerbsfähig war - das Jobcenter zahlte ihm das ALG II nur als Darlehen.

Ziemlich ungerecht: Er sollte die komplette Summe wieder zurückzahlen. Zudem verlangte das Jobcenter, dass er sein Haus verkaufe. Er wohne auf 110 Quadratmeter mit einem Wert von mindestens 77.000 Euro - das sei nicht angemessen als Hartz-IV-Bezieher.

Herford: Mann darf trotz Hartz-IV sein Haus behalten
Mann aus Herford klagte, dass er sein Haus verkaufen und Arbeitslosengeld II zurückzahlen sollte. 
Foto: iStock
 

Ein Hartz-IV Härtefall

Tatsächlich besagt das Gesetz, dass Hartz-IV-Bezieher ihr bestehendes Vermögen für den Lebensunterhalt einsetzen müssen. Doch im Falle des Mannes aus Hessen handelte es sich um einen besonderen Härtefall: Zum Zeitpunkt der Hartz-IV-Antragstellung bestand die Möglichkeit, dass der in ungekündigter Stellung befindliche Mann zu seiner Firma zurückkehren kann.

Deshalb entschied das Bundesgericht Kassel zugunsten des Mannes: Für die kurze Zeit muss das Jobcenter mit Hartz IV als Zuschuss einspringen. Zudem konnte der Mann in seinem Haus wohnen bleiben.

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