OffenburgHessen: Heimtochter soll für Unterhalt von pflegebedürftiger Mutter aufkommen

Am vergangenen Donnerstag wurde ein ungewöhnlicher Fall am Familiengericht Offenburg verhandelt. Eine im Heim aufgewachsene Frau sollte für die Pflege ihrer leiblichen Mutter aufkommen.

Anfang des Jahres kam der Fall vor Gericht, nun fiel die Entscheidung: Ein Sozialgericht verlangte, dass eine 55-Jährige für die Pflegekosten ihrer leiblichen Mutter aufkommen sollte. Die 83-Jährige lebt in einem Offenburger Heim. Die Tochter sollte bereits im Sommer 2016 monatlich 750 Euro zahlen, da die Mutter selbst dazu nicht mehr in der Lage und auch nicht mehr ansprechbar war. Daher sah das Sozialamt die nächsten Angehörigen in der Zahlungspflicht. Die Tochter weigerte sich und legte Klage ein: Sie habe kein Verhältnis zu ihrer Mutter, da diese sie als Baby in ein Heim gegeben habe. Dort sei sie geblieben, bis sie 18 Jahre alt war. Die Frau leide darunter, werde psychologisch betreut. 

 

So hat das Familiengericht Offenburg geurteilt

Da die 55-Jährige keine Beziehung zu ihrer Mutter hat, gab das Familiengericht im hessischen Offenburg der Klage statt. Die Tochter muss nicht für den Unterhalt der im Heim lebenden 83-Jährigen aufkommen. 

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