Andere Stimme„Hilfe, meine Stimme hat sich so verändert“

Was tun, wenn die Stimme plötzlich anders klingt?

„Hilfe, meine Stimme hat sich so verändert“
Foto: iStock/g-stockstudio

Jede Stimme ist einzigartig. Manche Menschen haben sogar eine so einprägsame Klangfarbe oder Sprechweise, dass wir sie unter vielen Leuten oder am Telefon allein schon an der Stimme erkennen.

Schon im frühen Alter gewöhnen wir uns an die vertrauten Stimmen unserer Familienmitglieder, später an die der Freunde, Partner und Menschen, denen wir täglich begegnen. Doch was, wenn sich die Stimme plötzlich ändert? Wenn geliebte Menschen um uns herum oder vielleicht sogar wir selbst anders klingen?

 

Kann sich unsere Stimme ändern?

Ja, sie kann sich im Laufe des Lebens oder unter bestimmten Umständen tatsächlich verändern.

Ein Fall, den wohl jeder von uns kennt, sind Erkältungen. Heiserkeit, trockene Schleimhäute und beanspruchte Stimmbänder können die Stimme vor allem tiefer und brüchiger erscheinen lassen. Hier helfen Lutschtabletten z. B. mit einem speziellen Hydro-Komplex und viel trinken, damit die Stimme schnell wieder fit wird und genauso klingt wie vorher.

Stress, Aufregung und Angst spiegeln sich ebenfalls in unserer Aussprache wider. In diesen Situationen neigen wir dazu, schneller und nur oberflächlich zu atmen. Dadurch wirkt die Stimme gedrückt, kann sich nicht entfalten und ist oft höher.

 

Veränderungen, die bleiben

Doch auch permanente Stimmveränderungen sind möglich. Ein bekanntes Beispiel ist der Stimmwechsel, der umgangssprachlich Stimmbruch genannt wird und bei Jungs und Mädchen vorkommt. Während der Pubertät wachsen der Kehlkopf und die Stimmlippen, wodurch der Klang tiefer wird. Bei Mädchen verändert sich die Stimme nur leicht, da die Stimmlippen nur ein paar Millimeter wachsen. 

Im hohen Alter kommt es zu dem gegenteiligen Phänomen. Im Zuge der allgemeinen Alterserscheinungen verliert der Körper an Muskelkraft, wodurch es auch bei der Stimmfunktion zu Einschränkungen kommen kann.  

Generell können Hormonveränderungen die Stimme nachhaltig beeinflussen. Temporär bemerkt man oft auch eine Veränderung während der Menstruation, in der Schwangerschaft oder nach der Menopause.

 

„Sag mal, höre ich mich anders an?“

Es ist schon etwas her, aber genau diese Frage stellte mir meine Freundin Lena, die ich schon seit meiner Schulzeit kenne. Was mir zuerst gar nicht so bewusst war, konnte ich nach genauerem Hinhören bestätigen. Ihre Stimme klang tatsächlich ein wenig heiserer und tiefer. „Naja, vielleicht bist du ein bisschen erkältet? Oder du hast in letzter Zeit zu viel gesprochen und ein bisschen Stress mit der Kleinen?“ Lena ist nämlich ein paar Wochen vorher Mutter geworden.  

Mit der Zeit wurde es nicht besser und sie merkte, dass beim längeren Reden oder Gute-Nacht-Lieder-Singen die Stimme immer etwas wegbrach. Weil sie nicht wusste, ob vielleicht doch eine verschleppte Erkältung dahintersteckte, ließ sie es einmal abklären. Gesundheitlich schien alles ok und doch hatte der Arzt eine Diagnose: hormonelle Dysphonie. Dabei handelt es sich um eine Stimmstörung, die während und nach einer Schwangerschaft auftreten kann. Die Stimme ist tiefer und schwerer zu kontrollieren.

Während und nach der Schwangerschaft kann sich die Stimme verändern
Foto: iStock/damircudic

Die gute Nachricht: Die Klangveränderung bildet sich spätestens nach ca. einem Jahr zurück. Auch Lena hat mittlerweile ihre alte Stimme wieder. Wenn sie jetzt heiser ist, liegt es wirklich an der typischen Erkältung oder an den vielen Geschichten, die sie zu erzählen hat.

 

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