Hohe TemperaturenHitzewelle in Deutschland: Getränke in Supermärkten werden knapp

Seit Wochen herrscht Hochsommer in Deutschland. Jetzt meldet der Einzelhandel erhebliche Lieferengpässe von Getränke. Doch schuld daran sind nicht nur die hohen Temperaturen.

Der Sommer 2018 ist bisher ziemlich traumhaft, wenn man mal von ein paar Unwettern absieht. Wenn es heiß ist, wird mehr getrunken - in Folge dessen meldet der Einzelhandel nun Lieferschwierigkeiten von Wasser und Co. Doch es gibt noch eine andere Ursache für die leeren Regale: Die Produzenten haben sich verkalkuliert. „Fakt ist, dass wir derzeit mit erheblichen Problemen in der gesamten Lieferkette zu kämpfen haben“, sagte Günther Guder, Chef des Bundesverbands des deutschen Getränkefachgroßhandels, gegenüber der Welt. "Der eine oder andere Hersteller hat sich ganz offensichtlich bei der Nachbestellung von Mehrwegkästen verkalkuliert."

So meldete die nordrhein-westfälische Stadt Verl vor einigen Tagen einen erheblichen Mangel an Wasserflaschen. „Die Versorgung schwankt. Es gibt Tage, an denen Mineralwassersorten verschiedener Hersteller nicht vorrätig sind", sagt Andreas Wöllner, Inhaber des gleichnamigen Getränkemarkts gegenüber der Neuen Westfälischen. Auch in Berlin konnten einige Kunden ihr Wunschgetränk nicht mehr kaufen. Vor allem solche des Coca-Cola-Konzerns waren ausverkauft. 

Hitzewelle in Deutschland: Getränke in Supermärkten werden knappiStock

 

Getränkemangel in Supermärkten - zu wenig Lastwagenfahrer

Fehleinschätzungen der Produzenten und hohe Temperaturen sind zwei Gründe für den Getränkemangel. Doch laut Logistikbranche fehlen 45.000 Lkw-Fahrer in Deutschland. Zudem müssen einige Fahrer manchmal stundenlang darauf warten, bis ihr Fahrzeug befüllt ist, weil die Hersteller der Nachfrage nicht schnell genug nachkommen. Bier wird etwa zu Aktionspreisen verkauft und läuft während der WM und ohnehin in den Sommermonaten gut. Doch es gibt noch ein Problem: Kohlendioxid wird knapp; kohlensäurehaltiges Wasser immer rarer, wie die Situation in Verl zeigt. 

Kurzum: „Alle Systeme sind auf Kante genäht", erklärt Günther Guder vom Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels. Zwar werden wir nicht vor komplett leeren Regalen stehen in den nächsten Wochen - doch das Lieblingsgetränk könnte dann nicht erhältlich sein.

Weiterlesen:

>>> Wasserqualität von Badeseen: Hier solltest du NICHT schwimmen gehen

>>> Unser Trinkwasser wird immer teurer und das ist der Grund

>>> Dürre in Deutschland: Akute Brandgefahr wegen staubtrockener Böden

Kategorien: