Die Humanen Immundefizienz-VirenHIV-Infektionen und AIDS vorbeugen

Wie kann man einer HIV-Infektion und AIDS vorbeugen und in welchen Situationen kann man sich überhaupt anstecken? Alle Informationen auf einen Blick. 

Inhalt
  1. HIV vorbeugen: Die wichtigsten Infos
  2. Safer Sex: HIV-Infektion verhindern
  3. Nutzen von frischen Nadeln beugt HIV vor
  4. Virus-Übertragung in der Schwangerschaft kann verhindert werden
  5. HIV-Übertragung durch Blut oder Blutkonserven
 

HIV vorbeugen: Die wichtigsten Infos

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts infizieren sich jährlich rund 3.000 Menschen in Deutschland mit HIV. Viele waren einfach nicht über die Gefahr informiert. Auf der anderen Seite befürchten viele Menschen eine Ansteckungsgefahr in Situationen, die absolut ungefährlich sind. Wir informieren, wann eine Ansteckungsgefahr besteht, wann nicht und wie man eine Ansteckung mit HIV vorbeugen kann.

So kann es zu einer HIV-Infektion kommen

Eine HIV-Übertragung findet fast ausschließlich über Blut, Sperma und Scheidensekrete statt. Eine Tröpfcheninfektion wie bei Erkältungskrankheiten existiert nicht. Das macht das Ansteckungsrisiko im Alltag extrem gering. Soziale Kontakte mit Händeschütteln oder auch Umarmungen zu begrüßen ist absolut unbedenklich. Selbst das gemeinsame Benutzen von Besteck, Geschirr, Gläsern, Toiletten oder Handtüchern mit einer infizierten Person birgt keine Ansteckungsgefahr.

Falls man mit einer infizierten Person in einem Haushalt lebt, sollte man dennoch einige Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen und zum Beispiel keine Rasierklingen gemeinsam benutzen.

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Safer Sex: HIV-Infektion verhindern

Das höchste Ansteckungsrisiko bilden sexuelle Kontakte. Wer keinen Safer Sex praktiziert, läuft grundsätzlich Gefahr, sich mit einer Geschlechtskrankheit oder auch HIV zu infizieren. Beim Sex sollte kein Blut, Sperma oder Scheidensekret auf offene, verletzte Hautstellen oder Schleimhäute gelangen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, immer Kondome beim Verkehr zu nutzen. Beim Oralsex sollte kein Sperma oder Vaginalsekret auf Mundschleimhaut, Zunge oder Lippen gelangen. Hierfür kann der Mann ebenfalls ein Kondom nutzen. Für Frauen gibt es spezielle Lecktücher. Küssen wiederum ist vollkommen ungefährlich. Wer in einer monogamen Beziehung lebt und ungeschützten Geschlechtsverkehr haben möchte, sollte mit seinem Partner/seiner Partnerin einen HIV-Test machen, um so das Risiko auszuschließen. 

Bei einem hohen Infektionsrisiko, beispielweise nach dem Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person, gibt es eine sogenannte Postrepositionsphrophylaxe. Der gefährdeten Person werden in einem Zeitraum von 2 bis 48 Stunden nach der Ansteckungssituation antiretrovirale Medikamente gespritzt, die das Risiko einer Infektion stark senken können. Diese Behandlung wird aber nur bei sehr hohem Risiko empfohlen.

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Nutzen von frischen Nadeln beugt HIV vor

Die zweithäufigste Ansteckung geschieht durch das gemeinsame Nutzen von Spritzen und Nadeln bei Drogenabhängigen. In jeder größeren Stadt gibt es mittlerweile Institutionen zum Spritzentausch, welche gebrauchte Einmalspritzen austauschen. Dies mindert das Infektionsrisiko bei Drogenabhängigen um ein Vielfaches.

 

Virus-Übertragung in der Schwangerschaft kann verhindert werden

Ein geringer Anteil der HIV-Infizierten wurde bereits HIV-positiv geboren. Eine Schwangere, die sich mit dem Virus angesteckt hat, kann das Kind während der Schwangerschaft, der Geburt oder in der Stillzeit anstecken. Heutzutage gibt es aber einige Maßnahmen, die es einer infizierten Mutter möglich machen, dass sie ein gesundes Kind bekommt.

Während der Schwangerschaft sollte eine HIV-positive Mutter sich einer medikamentösen Therapie unterziehen, die das Risiko senkt, dass sich das Baby ansteckt. Auch eine Entbindung mit Kaiserschnitt senkt das Risiko. Nach dem Kaiserschnitt werden dem Kind antiretrovirale Medikamente gegeben. Außerdem sollte das Baby nicht gestillt werden. Für Paare mit Kinderwunsch, bei denen ein Partner infiziert ist, gibt es spezielle Zentren, die eine künstliche Befruchtung, ohne dass das Baby infiziert wird, möglich machen.

Paare, die planen ein Kind zu bekommen, sollten sich zuvor auf HIV testen lassen, um eine Infektion und deren mögliche Übertragung ausschließen zu können. 

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HIV-Übertragung durch Blut oder Blutkonserven

Bei einer Blut- oder Blutplasmatransfusion ist es in Deutschland nahezu unmöglich, mit HIV infiziert zu werden, da Blutprodukte hierzulande streng getestet werden. In einer Notsituation jedoch, wie einem Unfall, bei dem man erste Hilfe leistest, könnte es dennoch passieren, dass eine Infektion mit dem Virus stattfindet - wenn in einem solchen Moment vergessen wird, auf Vorsichtsmaßnahmen wie Latexhandschuhe zu verzichten. Darum ist es ratsam, diese immer im Verbandskasten zu haben.

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