LondonHIV: Zweiter Mensch der Welt ist nach Transplantation virenfrei

In London konnte ein Mann durch eine Stammzellen-Transplantation vom HIV-Virus befreit werden. Der Engländer ist nun seit 19 Monaten virenfrei und damit der zweite Mensch weltweit, dem geholfen werden konnte.

Zwölf Jahre nachdem dem US-Bürger Timothy Brown in Berlin ein Spender-Knochenmark transplantiert wurde, ist dieser immer noch vierenfrei. Nun gelang es Ärzten laut des Magazins "Nature" aus London durch eine Stammzellen-Transplantation einem HIV-Patienten zu helfen. Er ist seit 19 Monaten virenfrei.

 

HIV-Patient ist virenfrei - aber nicht geheilt

Der "Londoner Patient" wurde genauso behandelt wie der damalige "Berliner Patient". Doch die britischen Ärzte wollen nicht vorzeitig von einer dauerhaften Heilung sprechen, da die Studienlage noch ziemlich dünn sei. Von Heilung spricht man zudem nur, wenn eine Behandlung mit Medikamenten nicht mehr notwendig ist. Außerdem wurden die Stammzellen-Transplantation durchgeführt, um eine zusätzliche Krebserkrankung bei beiden Patienten zu bekämpfen. Nachdem etwa bei dem "Londoner Patienten" 2003 HIV diagnostiziert wurde, erkrankte er Ende 2012 an Lymphdrüsenkrebs. Durch die Stammzellen-Transplantation erhielt er von dem ausgewählten Spender eine genetische Veränderung - und die war resistent gegen eine Infektion mit dem HI-Virus.

 

Methode gilt nicht für alle HIV-Patienten

Daher können Mediziner diese Methode nicht pauschal bei allen HIV-Patienten anwenden. Dazu sind die Umstände zu speziell. Und: Die Behandlung wurde nach dem Erfolg bei Brown versucht zu wiederholen - allerdings ohne Erfolg.  „Leider sind einige der Patienten, die die gleiche Behandlung erhalten hatten, früh an Komplikationen oder Rückfällen ihrer Krebserkrankung verstorben", erklärt Gero Hütter, der den „Berliner Patienten“ damals behandelte. 

Trotzdem kann man von einer "medizinischen Sensation" sprechen. Der HIV-Forscher Dr. Keith Jerome aus Seattle sagte der „New York Times“ zum erfolgreich behandelten "Londoner Patienten": „Diejenigen von uns, die auf diesem Gebiet tätig sind, haben sehnsüchtig darauf gewartet, dass mit diesem Vorgehen eine zweite Heilung klappt. Solange Timothy Brown der Einzige war, haben wir uns immer gefragt, ob er womöglich auch der Einzige bleibt."

Nun liegt es an der Forschung, weitere effiziente Behandlungsmethoden von HIV-Patienten zu finden, die nicht zusätzlich von Krebs betroffen sind. 

Weltweit gibt es 37 Millionen HIV-Patienten und eine Million Tote pro Jahr.

(B.K.)

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