Na endlich!H&M ändert die Kleidergrößen – und Frauen atmen auf

H&M hat angekündigt, die Kleidergrößen zu ändern. Wieso du statt Größe 40 bald 38 kaufen kannst – und das einer wütenden Frau in der Umkleidekabine zu verdanken hast.

Fragt man mich heutzutage nach meiner Kleidergröße, muss man für die Antwort etwas mehr Zeit einplanen, als die Nennung einer Zahl. Lasst mich überlegen: Eine 34 bei Promod, Größe 36 bei H&M, bei Monki kann es auch mal Größe 38 sein. Und überhaupt – nur weil die vor zwei Jahren gekaufte Jeans in Gr. 36 noch passt, heißt das nicht, dass dasselbe Modell heute immer noch gut sitzt. Vielleicht brauche ich jetzt eine 38. Und das hat nichts mit einer Gewichtszunahme zu tun. Genau das wird Frauen jedoch regelmäßig in den Umkleiden der Geschäfte vermittelt.

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Wie frustrierend Kleidergrößen sind

Was ich sagen will: Die Kleidergrößen variieren. Und das nicht nur nach Marke, man hat das Gefühl, sie werden immer kleiner. Dieses Dilemma hat Rebecca Parker erlebt und sich nicht mit einem Heulkrampf im Bett verkrochen – sondern ihr Foto aus der Umkleidekabine öffentlich gemacht. Darauf sieht man, wie eine junge Frau versucht, eine Jeans anzuprobieren, diese aber kaum bis zu den Oberschenkeln bekommt. Die Hose ist eindeutig zu eng. Dabei hat Rebecca dieselbe Größe wie immer. Ihr Kommentar dazu:

„Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr realisierte ich, dass es nicht mein Fehler war, sondern eurer. Ich bin sehr stolz auf meinen Körper. Das hat lange gedauert, aber ich bin zufrieden mit meinen breiten Hüften, schwammigen Oberschenkeln und einem kleinen Bauch. Ich war immer eine Größe 40/42 und dankbar dafür, aber als ich eure Jeans anprobierte, war ich genervt, erhitzt und frustriert. Die Jeans war eindeutig nicht für Frauen mit Kleidergröße 42 gemacht. Warum?

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"Warum ist es okay, einen Artikel mit einer Größe zu versehen, die offensichtlich nicht stimmt?"

Rebecca spricht aus, was viele Frauen erlebt haben – und noch wichtiger: Was falsche Kleidergrößen mit dem Selbstbewusstsein machen. Denn auch Konzerne wie H&M tragen ihren Teil zur Body-Shaming-Problematik bei:

„Ich versuchte mir vorzustellen, was die Teenager-Rebecca gedacht hätte. Sie wäre enttäuscht, wie ich, aber vor allem verunsichert, warum die Größe ihr nicht passte.“

Statt den Frust stumm zu verarbeiten, spricht sie H&M konkret an:

„Warum ist es okay, einen Artikel mit einer Größe zu versehen, die offensichtlich nicht stimmt? […] Wie könnt ihr erwarten, dass Frauen sich bestärkt fühlen, eure Kleidung genau das Gegenteil bewirkt? […] Ich bitte euch, ehrlich zu sein, nicht nur für mich, sondern für alle jungen Mädchen und Frauen die in deinen Laden kommen. […] Wenn eine Jeans mit Größe 42 deklariert ist, macht sie bitte zu Größe 42.“

Und Rebecca wurde erhört. Entgegen vielerlei Erwartungen hat H&M tatsächlich auf den Aufruf reagiert. Wie die TeenVogue berichtete, hat der Modekonzern beschlossen, die Kleidergrößen in Großbritannien und den USA zu ändern: „Nach Kundenbeschwerden gehen wir den Schritt, die Kleidergrößen unserer Frauenmode zu ändern“, äußerte sich H&M.

Mit den neuen Kollektionen sollen unrealistische Kleidergrößen bei H&M also nach und nach verschwinden. In Großbritannien und den USA ist der erste Schritt zu einem Umdenken getan, wir sind der Hoffnung, dass dieser bald auch in Deutschland ankommt. Kleidergrößen sind weder dazu da, uns zu definieren, noch unser Selbstbewusstsein zu schmälern. Sie sind nur eine Nummer.

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