Kein Deal für das Fruchtbarkeitstool "Höhle der Löwen": So ging es für das Zyklus-Startup "Trackle" weiter

In der "Höhle der Löwen" konnten die Gründer von Trackle zwar überzeugen, gingen aber trotzdem ohne Deal nach Hause. Doch wie ging es für den Zyklus-Tracker nach der Sendung weiter? 

Mit ihrem Produkt haben die Gründer Maxim Loick und Katrin Reuter die Löwen abgeholt. Sowohl Frank Thelen als auch Judith Williams waren von Trackle, einem digitalen Zyklus-Tracker überzeugt, investierten jedoch nicht, weil ihnen das Produkt noch zu sehr in den Kinderschuhen steckte. Das Zyklus-Tool, welches das Ehepaar gemeinsam entwickelt hat, hilft Frauen dabei ihre fruchtbare Tage zu ermitteln. Der tampongroße Sensor wird über Nacht vaginal eingeführt und misst die Temperatur. Am nächsten Tag wird per Bluetooth die Kerntemperatur an eine App übertragen, nachdem das Gerät den Körper wieder verlassen hat. So können Frauen herausfinden, wann sie die besten Chancen haben, schwanger zu werden. 

Die beiden Gründer aus Bonn wollen mit ihrem Produkt sowohl Frauen ansprechen, die einen konkreten Kinderwunsch haben, aber auch die, die sicher verhüten wollen. "Trackle"-Erfinderin Katrin Reuter wagte sich an die Aussage: "Unser Produkt ist genauso sicher wie die Pille". Ein Argument, das zumindest Judith Williams kurzzeitig aufhorchen ließ. "Das scheint mir eine interessante Alternative zu sein!" 

Judith Williams fand das Produkte "Trackle" sehr interessant.
Judith Williams war von "Trackle" begeistert. 
Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Doch so interessant das Produkt für die Löwen auf den ersten Blick auch war, am Ende machte keiner der fünf Investoren ein Angebot. Carsten Maschmeyer war die Firmenbewertung mit 2,7 Millionen Euro zu hoch, Ralf Dümmel störte sich daran, dass das Produkt noch nicht am Markt war, Dagmar Wöhrl blieben zu viele Fragen offen und auch bei Judith Williams und Frank Thelen sprang am Ende der Funke  doch nicht über. 

 

So ging es nach der "Höhle der Löwen" weiter

Zuerst haben sich Maxim Loick und Katrin Reuter der Optimierung ihres Produkts gewidmet. Vor allem die technische Architektur haben sie überarbeitet. Die Basisstation, die noch in der Sendung zu sehen war, mit der das Gadget aufgeladen wird, haben die Gründer abgeschafft. Stattdessen läuft das Gerät jetzt mit einer Batterie, die zwei Jahre lang hält. In einer neuen Aufbewahrungsbox können die Nutzerinnen ihre Daten übertragen. Durch die Neuerungen hat sich die medizinische Zertifizierung jedoch weiter verzögert. Die Trackle-Gründer warten noch auf grünes Licht. Das Produkt sei aber fertig, und sobald das "Go" der Behörden da ist, wollen die beiden mit ihrem Produkt an den Markt gehen. Der Verkaufspreis soll bei 199 Euro liegen. Umsatztechnisch haben sie sich viel vorgenommen: In den kommenden zwölf Monaten wollen sie den europäischen Markt erobern und langfristig auch in den USA durchstarten. 2018 soll der Umsatz bei 4 Millionen, 2020 bereits bei 20 Millionen Euro liegen. 

Investoren haben die Bonner Gründer auch ohne die "Höhle der Löwen" gefunden. Bereits vor Ausstrahlung der Sendung erhielten sie eine sechstellige Seed-Finanzierung und Mitte des Jahres konnten sie eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne abschließen. Doch der Weg für "Trackle" bleibt weiterhin steinig, denn die Konkurrenz schläft nicht. In Deutschland gibt es mit "Ovularing" bereits ein ähnliches Produkt, aus England kommt "Ovusense". Aber Katrin Reuter glaubt an ihr Produkt: "Wir grenzen uns durch unsere Usability ab. "Ovularing" und "Ovusense" brauchen Lesegeräte, um die Daten zu übertragen. Die benötigen wir nicht." Und noch ein wichtiges Feature hat "Trackle" der Konkurrenz voraus: Datenschutz. Die Daten der Nutzerinnen werden in der Cloud gespeichert. "Wenn die Daten auf die Cloud übertragen werden, lässt sich jederzeit ein Update durchführen", erklärt Maxim Loick, selbst Softwareentwickler. Außerdem werden die Daten verschlüsselt, sodass nur die Nutzerinnen Zugriff darauf hat. 

Obwohl die beiden Gründer keinen Deal in der "Höhle der Löwen" bekamen, sind sie auf einem guten Weg. Frisches Kapital, eine optimierte Version ihres Produkts und jede Menge positives Feedback - da wird auch der Erfolg sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen. 

(ww2) 

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