GesundheitHundemalaria: Auwaldzecke (Buntzecke) überträgt tödliche Babesiose

Auwaldzecke: Diese Buntzecke überträgt Hundemalaria
Zur Gattung der Buntzecken gehören 35 Arten
Foto: iStock
Inhalt
  1. Was ist Babesiose (Hundemalaria)?
  2. Wer überträgt Babesiose?
  3. Wie erkennt man Babesiose?

Die Auwaldzecke gehört zu den Buntzecken und überträgt die Infektionskrankheit Babesiose ("Hundemalaria"). Erkranken können neben Menschen auch Hunde.

 

Was ist Babesiose (Hundemalaria)?

Babesiose ist eine Infektionskrankheit, die in einigen Aspekten der tropischen Malaria ähnelt. Häufiger als Menschen werden Hunde mit Babesiose infiziert. Deshalb wird die Krankheit auch "Hundemalaria" genannt. Zurzeit werden ein paar tausend Erkrankungen pro Jahr in Deutschland registriert.

Wird Babesiose nicht innerhalb kürzester Zeit behandelt (s.u.), führt sie zum Tod. Eine Impfung gegen Babesiose gibt es bislang nicht. Wer eine Infektion vermeiden möchte, sollte sich von Gegenden mit Zecken fern halten.

Hunde sollte man nach dem Spaziergang gründlich auf Zecken untersuchen und sie entfernen. Zum Schutz vor Zecken helfen bei Hunden zeckenabtötende Wirkstoffe (z.B. Akarizide).

 

Wer überträgt Babesiose?

Babesiose wird durch sogenannte Babesien hervorgerufen. Babesien (benannt nach dem Mikrobiologen Victor Babes) sind kleine Parasiten, die im Speichel von Schildzecken leben. Beißt eine infizierte Zecke ein Säugetier, dringen die Babesien in die roten Blutkörperchen des Tieres ein und zerstören diese. Die Übertragung beim Zeckenbiss dauert ca. 48 bis 72 Stunden, in einigen Fällen aber auch schon nach 12 Stunden.

In Europa sind besonders zwei Arten Babesien von Bedeutung: Babesia canis (vor allem für Hunde gefährlich!) und Babesia divergens (u.a. für Menschen und Hunde gefährlich!).

Vor allem Auwaldzecken der Gattung Buntzecken (Familie: Schildzecken) sind als Überträger von Babesien bekannt. Sie übertragen neben Babesiose auch Hasenpest und FSME. Auwaldzecken werden vollgesogen bis zu 16 Millimeter groß. Sie sind am Außenrand rötlich bis orange und tragen ein schwarzes Rückenschild (eine Art Panzer aus Chitin). Der Rest des Körpers ist marmoriert.

Auwaldzecken befallen in erster Linie Haustiere, wie Hunde, Pferde, Rinder oder Schafe. Die Zeckenart kommt in Gräsern bis zu einer Höhe von 1,5 Metern vor. Am häufigsten kommt die Auwaldzecke in Gebieten vor, in denen es Moore, Au- und Laubwälder gibt.

In Deutschland wird sie am häufigsten rund um Berlin, Brandenburg, Magdeburg, Dessau, Frankfurt, Karlsruhe, Offenburg und Freiburg gesichtet. Auch in Bremen, Celle, Münster, Gladbeck, Siegen, Koblenz, Saarbrücken, Regensburg, München, Jena, Wetzlar, Niederkassel und Geldern kommen infizierte Auwaldzecken vor.

Ihren Ursprung hat die Auwaldzecke in Ungarn, Österreich und Norditalien. 1973 wurde sie zum ersten Mal in Deutschland entdeckt. Heute gehört sie zur natürlichen Population.

Neben Zeckenbissen kann auch eine Bluttransfusion Babesiose auslösen. Zudem können infizierte Schwangere Babesiose über die Plazenta an ihr ungeborenes Baby übertragen.

 

Wie erkennt man Babesiose?

Die charakteristischen Symptome von Babesiose beim Menschen sind:

Die Symptome beginnen in der Regel etwa ein bis vier Wochen nach dem Biss bzw. bis zu sechs Monate nach einer Infizierung durch Transfusion. Die Symptome können bis zu zwei Wochen lang andauern.

Eine eindeutige Diagnose kann nur ein Arzt erstellen, indem er einen mikroskopischen Parasitennachweis stellt. Auch Veränderungen im Blutbild können Hinweise auf Babesiose geben.

Antikörper gegen Babesien sind dagegen erst 10 Tage nach der Infektion (!) nachweisbar.

Wurde Babesiose diagnostiziert, hilft nur eine Behandlung mit Antibiotika über 7 bis 10 Tage. In gravierenden Fällen - also wenn die Parasitendichte im Blut schon sehr hoch ist - kann auch eine Blutaustauschtransfusion nötig sein, bei der das gesamte Blut des Patienten durch Spenderblut ersetzt wird.

 

(ww7)

Kategorien: