Corona-Krise

Insolvenz-Aussetzung läuft aus: Droht jetzt Massen-Pleite-Welle?

Am Freitag läuft die Regelung für die Aussetzung von Insolvenzanträgen aus. Das könnte nun massive Folgen haben.

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Nur noch bis Ende des Monats gilt für in Not geratenene Firmen eine Sonderregelung: Unternehmen, die vor der Corona-Krise eigentlich hätten Insolvenz anmelden müssen, mussten das in den vergangenen Monaten nicht tun, wenn sie auf die Auszahlung der rettenden Finanzhilfen des Staates gewartet haben.

Sonderregelung zur Insolvenzantragspflicht läuft aus

Hintergrund der Regel: Firmen sollte es möglich sein, weitermachen zu können, wenn Bund und Länder sich bei der Übermittlung der staatlichen Finanzspritze Zeit lassen. Die Schonfrist ist nun vorbei. Ab Samstag müssen die Firmen wieder einen Insolvenzantrag stellen, wenn sie pleite sind - außer die Koalition entscheidet sich noch einmal für eine Verlängerung. Danach sieht es momentan aber nicht aus.

Corona-Pleite: Diese Läden & Geschäfte sind schon für immer geschlossen!

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga fordert eine Fortsetzung der Sonderregel. "Die aktuelle Regelung muss unbedingt verlängert werden“, so Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges gegenüber dem "Tagesspiegel". "Es kann nicht sein, dass Unternehmen ab dem 1. Mai Insolvenz anmelden müssen, nur weil die staatlichen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen angekommen sind.“

Die Dehoga hat die Befürchtung, dass bis zu einem Drittel der Betriebe aus Gastronomie und Hotellerie die Corona-Pandemie nicht überleben könnten und so eine Pleitewelle droht. Ganz andere Probleme sieht Patrik-Ludwig Hantzsch, Chefökonom der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Experte sieht Pleitewelle erst 2022

Er spricht gegenüber dem "Tagesspiegel" von "Zombie"-Unternehmen, also Firmen, die schon pleite sind, aber künstlich am Leben gehalten werden. Seine Befürchtung: So könnten auch Unternehmen darunter leiden, die Geschäfte mit den von Insolvenz bedrohten Firmen machen.

Biner Bähr, Partner der internationalen Anwaltskanzlei White & Case, glaubt nicht, dass die Pleitewelle direkt nach dem Ende der Sonderregelung kommt. "Wegen der Fülle der staatlichen Hilfen, die vor der Bundestagswahl vermutlich auch nicht enden werden, rechne ich jetzt erst für das Jahr 2022 mit der Pleitewelle", erklärt er gegenüber der "Rheinischen Post". Wie viele Unternehmen durch die Krise tatsächlich Insolvenz anmelden müssen, das ist noch völlig unklar, betonen Insolvenzexperten.

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