Gegen LohndiskriminierungIsland: Neues Gesetz für gleiche Löhne von Frauen und Männern

Am 1. Januar 2018 trat ein neues Gesetz in Island in Kraft, wonach Männer und Frauen nicht mehr aufgrund ihres Geschlechts unterschiedlich bezahlt werden dürfen. 

Eigentlich ist diese Nachricht erschreckend, wenn man bedenkt, dass wir im Jahr 2018 leben. Und doch ist sie ein erster Schritt, wenn es um Lohndiskriminierung von Frauen geht: In Island müssen ab sofort alle Unternehmen und staatlichen Einrichtungen ab einer Anzahl von über 25 Mitarbeitern nachweisen, dass sie ihren Mitarbeitern unabhängig vom Geschlecht das gleiche Gehalt zahlen. Die Gehalts-Informationen müssen die Firmen an den Staat weitergeben. Wer gegen das neue Gesetz verstößt oder sich weigert, die Angaben weiterzugeben, muss eine Geldstrafe zahlen. Wer sich daran hält, wird mit einem Zertifikat ausgezeichnet.  

Gleiche Löhne von Frauen und Männern - Island führt neues Gesetz einiStock

 

Die "Gender Pay Gap" soll bald der Vergangenheit angehören

Island hofft der sogenannten "Gender Pay Gap", also "Geschlechterlohnlücke", entgegenzuwirken und bis 2022 eine Lohngleichheit zu schaffen. "Die Zeit ist reif, um mal etwas Radikales in diese Richtung zu unternehmen", sagte der isländische Sozialminister Thorsteinn Viglundsson bei der Vorstellung des Gesetzes im März 2017. Und Dagny Pind, eine der Vorsitzenden der isländischen Gesellschaft für die Rechte der Frauen, ergänzte: “Seit Jahrzehnten sagen Gesetzgeber jetzt schon, Frauen und Männer sollten gleich bezahlt werden, aber die Lohnlücke besteht nach wie vor."

In Island bekommen Frauen im Durchschnitt 14 bis 19 Prozent weniger Lohn als Männer in gleicher Position. Damit landete das Land trotzdem neun Mal in Folge im 
Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums auf Platz eins und gilt daher als Vorreiter der Gleichstellung von Mann und Frau. Deutschland landete auf Platz 12, denn Frauen verdienen hierzulande 21 Prozent weniger Gehalt als Männer.  

Vielleicht ist das neue Gesetz in Island ein Anstoß für andere Länder (einschließlich Deutschland!), endlich etwas für die Lohngleichstellung zu tun - und nicht nur darüber zu reden.  

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