Mama-BlogIst Reisen mit Kind wirklich unmöglich?

Auto, Flugzeug oder Bahn? Mama-Bloggerin Timea über die Qual der Wahl beim Reisen mit Kind und ihren  Geheim-Trick für eine ruhige Reise zum Urlaubsort.

 

Quengel-Rallye: Wenn die Autofahrt mit Kind zum Horror wird

Der Urlaub naht und ich sollte mir langsam Gedanken machen, wie wir unsere Reise zum Ferienhaus meiner Eltern in Ungarn gestalten. Hätten mein Mann und ich kein Kind, dann wäre die Sache einfach: Ins Auto setzen und losdüsen - egal wann.

Doch ganz so einfach ist es leider nicht mehr, seit Léla auf der Welt ist. Es gibt sicherlich unkompliziertere Kinder und unkompliziertere Eltern als wir, das ist mir klar. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass viele Mamas und Papas die Problematik rund um das Reisen mit Baby oder Kleinkind nachvollziehen können.

Reisen mit Kind ist in jedem Verkehrsmittel eine echte Herausforderung für die Eltern.
Reisen mit Kind ist in jedem Verkehrsmittel eine echte Herausforderung für die Eltern.
Foto: iStock

Bis jetzt trauten wir unserer zweijährigen Tochter (und vor allem uns) keine siebenstündige Autofahrt zu. Als sie noch ein ganz kleiner Wurm war und ständig gestillt werden wollte, war die Vorstellung einer überlangen Autofahrt der Horror für mich.

Jetzt ist sie zwar älter und kann mit uns einigermaßen singen und reden wenn sie im Auto sitzt, aber ihre Laune lässt nach einer (kurzen) Weile nach und jede Autofahrt endet so in einer Quengel-Rallye.

 

Flugzeug? Da muss ich für mein Kind jetzt teuer bezahlen

Früher haben wir das so gelöst: Ich bin mit Léla und dem Kinderwagen geflogen und mein Mann ist mit dem restlichen Gepäck, das einer gesamten Wohnungseinrichtung glich, mit dem Auto losgefahren.

Stressig wird es mit Flugzeug auch, vor allem wenn du als Mutter alleine reist. Die Sicherheitskontrolle war bislang jedes Mal die größte Hürde bei unseren Flugreisen. Wohin mit dem Kind während du einhändig versuchst, den Kinderwagen auseinanderzunehmen, damit er aufs Band passt, nur um danach noch den ganzen Inhalt deiner Handtasche auspacken zu dürfen und dem Sicherheitspersonal erklären musst, dass die Nuckelflasche mit Wasser keinen Flüssigsprengstoff eines kleinwüchsigen Terroristen im Babykostüm beinhaltet?

Trotzdem würde ich die anderthalbstündige Flugreise mit fast noch längerer Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einer schwitzigen Autofahrt vorziehen.

Doch nun ist Léla zwei Jahre alt und gilt leider nicht mehr als „Infant“ auf Flugreisen. Sie darf zwar die überteuerten Fahrten mit der Münchner Verkehrsgesellschaft weiterhin kostenlos nutzen, aber bei Fluggesellschaften gelten für sie knallhart dieselben Preise, wie für uns Erwachsene. Das kann und will ich mir schlicht und einfach nicht leisten, das tut weh.

„Wie wär‘s mit der Bahn?“, frage ich mich selber. Ich traue mich nicht so recht. Es gibt zwar dieses berühmte Kinderabteil, aber was wenn es ausgebucht ist (ich kenne genug Geschichten aus meinem Bekanntenkreis diesbezüglich trotz Reservierung)?! Der Vorteil der Bahn ist sicherlich, dass man aufstehen und sich einigermaßen „frei“ bewegen kann.

Wobei „frei“ hier das Problem werden dürfte. Meine Prognose: Ich bezweifle, dass meine hyperaktive, aufgeweckte Tochter knapp sieben Stunden im Zug sitzen bleibt, wenn sie doch einfach so aufstehen und rumrennen kann. Ich immer hinterher, bis das unbeaufsichtigte Gepäck irgendwann geklaut wird. Muss natürlich nicht sein, aber ist durchaus eine Option.

Der immer noch bitter nötige Mittagsschlaf meiner Tochter sollte im Zug ein Ding der Unmöglichkeit sein. Sie schläft nie und nimmer einfach so auf ihrem Sitz ein. Nicht in diesem Leben. Das heißt, spätestens nach der Mittagszeit wird sich mein Sonnenschein in einen übermüdeten Quälgeist verwandeln, der alle Mitreisenden in Angst und Schrecken versetzen wird. Ich zweifle weiterhin an der Stressfreiheit einer Bahnreise.

 

Die Reise mit Kind in zwei Etappen aufteilen?

Zurück zum Auto. Eine ganz gute Möglichkeit ist, die Reise auf zwei Tage aufzuteilen, sowas haben wir bereits schon ausprobiert. Nach dreieinhalb Stunden Fahrt wird die Reise bevorzugt an einem landschaftlich ansehnlichen Ort unterbrochen. Eine gute Mahlzeit und ein schönes Hotel in einem verlassenen österreichischen Kaff lassen sich wunderbar unter dem Motto „Urlaub“ einbetten.

Hier ist der Haken allerdings erneut das Budget - natürlich ist so eine „Unterbrechung“ nicht ganz billig und raubt vor allem kostbare Zeit, die man am eigentlichen Urlaubsort verbringen wollte.

 

Mein neuer-Geheimtrick fürs Reisen mit Kind

Nun folgt meine persönliche Lösung: Die Nachtfahrt. Mein Mann und ich haben beschlossen, dieses Jahr das Experiment mit der nächtlichen Fahrt zu wagen.

Wir werden so losfahren, dass Léla hoffentlich schon bettgehreif ist. Sie soll ihre große Reise im Pyjama antreten und in meiner idealen Vorstellung friedlich in ihrem Autositz einschlummern, während Mama und Papa fröhlich abwechselnd am Steuer sitzen. Wenn wir in dunkelster Nacht am Zielort ankommen, werden Heinzelmännchen unser Auto geräuschlos ausräumen und unseren Schatz still und problemlos ins Reisebettchen legen.

Ob es tatsächlich funktioniert? Ich lass mich überraschen.

Liebe Grüße,

Eure Timea

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