Jamaika-RezepteJamaikanische Küche & Rezepte: So schlemmt es sich auf der Karibik-Insel

Was macht die jamaikanische Küche aus? Das verrät uns ausgerechnet ein deutscher Koch, der als Chef in einem Hotel auf Jamaika neue Geschmackswelten entdeckt.

Im Iberostar Grand Hotel verwöhnt Chefkoch Klaus die Gäste mit jamaikanischen und internationalen Spezialitäten.
Im Iberostar Grand Hotel verwöhnt Chefkoch Klaus die Gäste mit jamaikanischen und internationalen Spezialitäten.
Foto: privat
Inhalt
  1. Ein deutscher Chefkoch in der Karibik
  2. Das jamaikanische Nationalgericht: Akee & Stockfisch
  3. Jamaikaner lieben Jerk-Chicken
  4. Was darf in der jamaikanischen Küche nicht fehlen?

Wer an Jamaika denkt, dem kommen Bob Marley, Rum und aktuell vielleicht noch die Koalitionsverhandlungen in den Sinn. Dabei ist die Insel so viel mehr – und hat neben einer umwerfend grünen Natur auch kulinarisch einiges zu bieten.

 

Ein deutscher Chefkoch in der Karibik

Unter anderem aus diesem Grund hat es Klaus Frauenschläger vor mittlerweile 15 Jahren auf die Karibik-Insel verschlagen. Heute arbeitet der Nürnberger bereits seit acht Jahren im Iberostar Grand Hotel Rose Hall in Montego Bay, im Nordwesten Jamaikas. Zu seinen Gästen zählte sogar einmal das spanische Königspaar.

Zum Iberostar-Komplex in Montego Bay gehören drei Hotels - das Beach, Suites und das Grand Hotel.
Zum Iberostar-Komplex in Montego Bay gehören drei Hotels - das Beach, Suites und das Grand Hotel Rose Hall.
Foto: PR: IBEROSTAR

Als Chefkoch führt er die insgesamt sieben Restaurants des Resorts und überrascht die Gäste immer wieder mit neuen Kreationen. Über die Ländergrenzen hinweg kann der gebürtige Deutsche sich neben den zwei Buffets besonders in den fünf Spezialitätenrestaurants ausleben: Hier entwickelt er sowohl Gerichte für das japanische und italienische Angebot, als auch für das hauseigene Steakhouse und Gourmet-Restaurant:

„Es ist anstrengend, man ist immer überall – aber es macht trotzdem Spaß!“, erzählt Klaus, wenn er bei deutschen Gästen gerne zu einem Schwätzchen an den Tisch kommt.

Das Iberostar Grand Hotel Rose Hall verfügt über fünf Spezialitäten- und zwei Buffetrestaurants.
Das Iberostar Grand Hotel Rose Hall verfügt über fünf Spezialitäten- und zwei Buffetrestaurants.
Foto: PR: IBEROSTAR

Nicht außer Acht lässt er dabei die jamaikanische Küche. Zu ihr hat Klaus einen ganz besonderen Bezug – schließlich war es die Liebe zu einer Jamaikanerin, die ihn vor 13 Jahren dazu bewogen hat, seine Koffer zu packen und ganz in die Karibik auszuwandern.

Uns verrät der Chefkoch die typischen Gerichte der jamaikanischen Küche – und was das Kochen auf der Karibik-Insel so besonders macht.

Denn entgegen vielerlei Erwartungen ist die Arbeit als Koch auf Jamaika gar nicht so anders als in Deutschland. Das liegt vor allem an den strengen Hygiene-Vorschriften, die die Insel von anderen Urlaubsländern abheben. Das hat auch Klaus überrascht: „Das erwartet man natürlich nicht. Aber die Standards sind sehr hoch in Jamaika, die Produkte sind qualitativ hochwertig, damit kocht man natürlich gerne.“

Obwohl den Einwohnern eine gewisse Laid-Back-Mentalität nachgesagt wird, die auf dem Konsum gewisser Kräuter basiert und bestimmt nicht von der Hand zu weisen ist, nehmen sie es mit ihrem Essen sehr genau: In Jamaika kommt nichts auf den Teller was nicht zu hundertprozentig unbedenklich ist. Dafür sorgen Richtlinien, die beispielsweise auf Nachhaltigkeit im Fischfang und die Verwendung hygienisch einwandfreier Zutaten abzielen.

Und genau dieses Beispiel verdeutlicht ziemlich genau, wie die Mentalität der Jamaikaner einzuschätzen ist: Sie sind entspannt, aber nicht faul. Und zeigen uns Deutschen damit, dass das Leben auch mit etwas mehr Gelassenheit zu meistern ist. Denn in den wichtigen Dingen funktioniert trotzdem alles.

Jamaikaner legen Wert auf gesundes Essen – deswegen kommen vor allem frische Produkte auf den Tisch. Und das schmeckt man. Wie sieht so ein typisches Gericht der jamaikanischen Küche aus?

Klaus Frauenschläger stammt ursprünglich aus Nürnberg, arbeitet heute aber im Iberostar Grand Hotel auf Jamaika als Chefkoch

Klaus Frauenschläger stammt ursprünglich aus Nürnberg, arbeitet heute aber im Iberostar Grand Hotel Rose Hall auf Jamaika als Chefkoch
Foto: privat

 

Das jamaikanische Nationalgericht: Akee & Stockfisch

Akee ist die Nationalfrucht Jamaikas und in Deutschland eher unbekannt. Die Frucht ist unglaublich gesund, hat aber ihre Tücken: Unreif verzehrt, ist sie giftig. Deswegen ist es ein Muss, die Zutat frisch zuzubereiten, nachdem sie reif geerntet wurde – was man übrigens daran erkennt, dass die Frucht sich öffnet.

Aufgrund ihres recht neutralen Geschmacks wird Akee gerne mit Fisch kombiniert und auch schon einmal zum Frühstück gegessen. Für das Nationalgericht Akee mit Stockfisch ist es auf Jamaika also nie zu früh!

Die Akee-Frucht darf nur reif geernet und verarbeitet werden - sonst ist sie giftig.
Die Akee-Frucht darf nur reif geernet und verarbeitet werden - sonst ist sie giftig.
Foto: privat

Zutaten:

  • 200g Stockfisch
  • 1 Zwiebel
  • 1 kleine Paprika
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 mittelgroße Tomate
  • 1 Dose Akee

Zubereitung:

  1. Stockfisch wird meist in Salz getrocknet. Daher muss man ihn bereits einen Tag (oder mindestens sechs Stunden) vorher in Wasser einlegen und aufweichen. Flüssigkeit alle 30 bis 60 Minuten wechseln.
  2. Akee vorsichtig abgießen.
  3. Stockfisch nochmals abspülen und in mundgerechte Stücke zerteilen.
  4. Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und Tomaten in kleine Stücke schneiden.
  5. Öl in der Pfanne erhitzen, Stockfisch und Gemüse anbraten, bis die Zutaten durch sind.
  6. Akee zuletzt hinzugeben und vorsichtig vermischen, da die Frucht leicht zerfällt.
  7. Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Chilipulver würzen.
Das Nationalgericht besteht aus einer typisch jamaikanischen Frucht und Stockfisch.
Das Nationalgericht besteht aus einer typisch jamaikanischen Frucht und Stockfisch.
Foto: iStock
 

Jamaikaner lieben Jerk-Chicken

An jeder Straßenecke laden sogenannte Jerk-Grills zu einem Imbiss ein. Es ist also kaum verwunderlich, dass auch Chefkoch Klaus das bekannte Gewürz der Insel für sein Beach-Buffet verwendet. Die Gewürzmischung existiert in unterschiedlicher Zusammensetzung und kann fertig gekauft werden. Alternativ kann man sie sich auch selbst mixen:

  • 2 EL Zwiebelpulver
  • Je 1 EL Zucker, Thymian, Salz
  • 1 ½ TL Piment
  • Je 1 TL Paprikapulver, Chiliflocken
  • Je ½ TL Zimt, schwarzer Pfeffer, Knoblauch

Die Mischung kann als Gewürz oder mit Öl und einem Schuss Limettensaft als Marinade verwendet werden. Damit wird das Fleisch (meist Hühnchen) eingerieben und gegrillt. Am besten schmeckt das Jerk Chicken, wenn man die Gewürz-Marinade über mehrere Stunden ziehen lässt.

 

 

Was darf in der jamaikanischen Küche nicht fehlen?

Eine Spezialität darf in einem jamaikanischen Menü natürlich nicht fehlen: Der eigene Rum. Auf den sind die Einwohner Jamaikas besonders stolz – und zaubern daher besonders gerne einen Überraschungsdrink basierend auf der Spirituose.

Delmero, der als Barkeeper arbeitet, verrät ausnahmsweise sein Geheimrezept, „denn Rum darf in einem Artikel über die jamaikanische Küche natürlich nicht fehlen!“:

Im Iberostar Grand Hotel Rose Hall verwöhnen die Barkeeper die Gäste mit selbst kreierten Cocktails am Pool.
Foto: privat

Morning Glory à la Delmero

Zutaten:

  • 3 cl Jamaika-Rum
  • 3 cl Kokoslikör
  • 1,5 cl Kirschlikör
  • 1,5 cl Triple Sec
  • Hausgemachte Limonade -> Wasser, Limetten-/Zitronensaft, Rohrzucker nach Belieben
  • Eiswürfel

Übrigens kann man Cocktails auf Jamaika auch beherzt „To Go“ bestellen. Denn spätestens wenn man von einem Fahrer ermutigt wird, den Begrüßungsdrink doch einfach mit ins Auto zu nehmen, wird das Motto der Inseleinwohner deutlich: „You are in Jamaika – break the rules, enjoy yourself!“.

Vermisst man als Deutscher überhaupt denn etwas, wenn man in der Karibik lebt?

Das ist die Frage, die man Chefkoch Klaus zum Abschluss dann doch noch stellen muss. Er denkt nach. Dann folgt die Antwort, bei der man merkt, dass doch noch ein Stück Heimat im Bayer steckt: „Ein gutes Weißbier!“ Na, wenn das alles ist.

 

(ww4)

 

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