DurchfallerregerJedes zweite Supermarkt-Hähnchen weist Campylobacter-Keim auf

Hähnchen-Fleisch aus dem Supermarkt ist immer häufiger mit Durchfallerregern belastet. Tatsächlich ist mehr als jedes zweite Hähnchen mit dem Bakterium Campylobacter kontaminiert – das geht aus einem Bericht der Bundesregierung hervor.

Inhalt
  1. Mehr als jedes zweite Hähnchen mit Campylobacter belastet
  2. Wie schütze ich mich vor Campylobacter?
  3. Was ist eine Campylobacter-Enteritis?

Wer Fleisch im Supermarkt kauft, holt sich unbemerkt gleich ein paar mehr Gäste ins Haus. Die haben es sich auf der feuchten Oberfläche des Geflügels gemütlich gemacht, suchen sich aber schnell ein neues Zuhause auf Spüle oder Händen. Die Rede ist von Bakterien. Aufgrund ihrer winzigen Größe bleibt ihr Einzug meist unbemerkt – bis die ersten Symptome auftreten. Alles Panikmache? Keineswegs, wie eine Anfrage von Anton Hofreiter, dem Fraktionschef der Grünen, an die Bundesregierung belegt. Über die besorgniserregenden Erreger-Ergebnisse berichtete nun die Rheinische Post Online.

 

Mehr als jedes zweite Hähnchen mit Campylobacter belastet

2017 konnten in 51,8 Prozent der Hähnchenfleisch-Proben aus dem Einzelhandel ein Duchfallerreger nachgewiesen werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit meldet sogar noch gravierendere Ergebnisse: Bei Untersuchungen auf Schlachthöfen waren 2017 78,8 Prozent der Hähnchen mit dem Keim belastet.

Dabei handelt es sich konkret um Campylobacter, ein Bakterium, das über Lebensmittel, vornehmlich rohes Geflügel, übertragen wird. Der Erreger kann die sogenannte Campylobacter-Enteritis auslösen, eine Durchfall-Erkrankung, die insbesondere für immunschwache Personen gefährlich werden kann.

2011 enthielten hingegen lediglich 30 bis 40 Prozent der Proben das Bakterium. Als Grund für die Steigerung der Keimzahl lässt sich die Massentierhaltung und mangelnde Hygiene auf Schlachthöfen vermuten. Campylobacter kann bei der Schlachtung aus dem Darm infizierter Tiere auf das Fleisch übertragen werden. Auch eine Unterbrechung der Kühlkette auf dem Weg in den Einzelhandel kann für eine Ausbreitung der Erreger führen.

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Kongruent ist ein Anstieg der Infektionen zu vermerken. Die Campylobacter-Enteritis ist derzeit laut Robert-Koch-Institut mit 60. bis 70.000 die häufigste bakterielle, meldepflichtige Erkrankung deutschlandweit.

Strengere Hygienevorschriften könnten ebenfalls zu einem reduzierten Antibiotikaeinsatz führen – was wiederum das Risiko von Resistenzen senken würde. Aufgrund des Infektionsrisikos auf engem Raum wird immer wieder bekannt, dass Tiere massenweise vorsorglich mit Medikamenten versorgt werden.

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Wie schütze ich mich vor Campylobacter?

Der Campylobacter-Erreger befindet sich auf rohem Hähnchenfleisch. Deswegen ist bei der Zubereitung von Geflügelfleisch auf besondere Hygiene zu achten. Schneidebretter und Messer sollten, ebenso wie die Hände, direkt nach dem Kontakt mit dem Fleisch abgespült und nicht mit anderen Zutaten in Verbindung gebracht werden.

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Einfrieren und Erhitzen tötet die Erreger ab – es ist dabei jedoch wichtig, dass Hähnchenfleisch stets vollständig durchgebraten wird.

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Was ist eine Campylobacter-Enteritis?

Eine Campylobacter-Infektion macht sich meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen durch Fieber, Kopfschmerzen und darauffolgend starke Durchfälle, Bauchschmerzen und Krankheitsgefühle bemerkbar. Die Erkrankung dauert bis zu einer Woche, eventuell auch länger und kann für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährlich werden. Der Erreger wird auch nach Abklingen der Symptome noch bis zu zwei bis vier Wochen ausgeschieden, so dass auf besondere Hygiene nach dem Toilettengang zu achten ist.

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