GesundheitssystemJens Spahn bittet Kinderlose zur Kasse: Höhere Beiträge für die Pflege?

Müssen Kinderlose bald mehr für die Pflege- und Rentenversicherung einzahlen? Dies fordert zumindest jetzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Kinderlose mehr für die Pflege- und Rentenversicherung einzahlen lassen als Eltern. Laut Spahn wäre dies eine Gerechtigkeitsfrage, wie er in einem Gastbeitrag für die Zeitungen der ‚Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft‘ schrieb. „Im Umlagesystem bekommen die Alten das Geld von den Jungen – auch, wenn es die Kinder nur der anderen sind“, erklärt er. Diese Aussage tätigte er ganz bewusst als „selbst Kinderloser, der bereit ist, finanziell mehr zur Zukunftsfähigkeit des Systems beizutragen“.

 

Grundprinzip der Pflege nicht mehr zeitgemäß

Der aktuelle Beitragssatz zur Pflegeversicherung für Kinderlose liegt um 0,25 Prozentpunkte höher als der für Versicherte mit Kindern. Dieses Grundprinzip findet Spahn richtig und vorbildlich, doch müsste es nun der Generation gerecht angepasst werden. Spahn ist sich sicher, dass dies jetzt geschehen muss, „sonst werden die immer weniger Jungen des übernächsten Jahrzehnts Wege finden, ihre finanzielle Überlastung abzuschütteln oder zu umgehen“.

 

Milliardenpaket für Pflege 

Zudem will das Parlament am Freitag das Milliardenpaket gegen den Personalmangel in der Pflege beschließen. Dieses wurde von der großen Koalition unter Leitung des Bundesgesundheitsministers geplant. Mit den neuen Plänen will Spahn endlich bessere Arbeitsbedingungen gewährleisten und mehr Stellen schaffen. So sollen allein in der Altenpflege 13.000 Stellen neu entstehen. In Krankenhäusern soll außerdem jede weitere benötigte Pflegestelle in Zukunft von den Krankenkassen finanziert werden.

Zum Jahreswechsel am 1. Januar 2019 soll das neue Gesundheitsprogramm in Kraft treten.

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