PflegenotstandJens Spahn will, dass Pflegekräfte Aufgaben der Ärzte übernehmen

CDU-Politiker Jens Spahn will sich dem Pflegenotstand annehmen: Unter anderem damit, dass Pflegekräfte mehr Aufgaben der Ärzte übernehmen sollen. Pfleger zeigen sich alles andere als begeistert von der Idee…

Kaum ein Politiker hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, sich so viele Feinde zu schaffen, wie Jens Spahn. Erst wetterte er gegen Hartz-IV-Empfänger („Hartz IV bedeutet nicht Armut“), dann gegen Frauenrechtler und Abtreibungsbefürworter („Es geht um ungeborenes menschliches Leben“). Jetzt beschäftigt sich der Gesundheitsminister abwechslungshalber einmal mit einer Thematik seines Fachbereiches: Dem Pflegenotstand. Und trifft glatt wieder einen Nerv.

Auf der Eröffnung des 5. Deutschen Pflegetags in Berlin stellte Spahn seine Pläne als Gesundheitsminister vor. Die klangen zunächst vernünftig – der Politiker möchte für eine bessere Bezahlung in der Pflege kämpfen, spricht von Tarifverträgen. Zudem soll eine Personaluntergrenze gegen die Überarbeitung helfen.

Nicht dazu passt eine andere Aussage. Spahn will, dass Pflegekräfte mehr Aufgaben der Ärzte übernehmen. Sein Hintergedanke: Das breitere Aufgabenspektrum würde den Beruf attraktiver machen. Tatsächlich ist es aber so, dass Pflegekräfte meist schon jetzt an ihre Belastungsgrenzen stoßen.

Machen zusätzliche Aufgaben die Situation wirklich besser? Bei Pflegern trifft der Minister einen wunden Punkt. In der Realität haben diese nämlich mehr als genug zu tun – für eine äußerst schlechte Bezahlung.

Die aktuelle Situation in deutschen Kliniken zeigt, wie überfällig eine Bekämpfung des Pflegenotstands ist. Um zu helfen, muss man die Problematik aber zunächst einmal verstehen – aus diesem Grund bieten wütende Pfleger schon jetzt an, der Politiker könnte nach seinem Hartz-IV-Test auch gerne einmal als Pflegekraft einspringen...

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