SuperfekundationJessica Allen: Frau wird während Leihmutterschaft mit eigenem Baby schwanger

Eine amerikanische Leihmutter soll ein Kind für ein chinesisches Ehepaar austragen - und erwartet während der Schwangerschaft selber ein Baby. 

Als Jessica Allen sich 2016 für eine Leihmutterschaft entschied, ahnte die heute 31-Jährige nicht, dass diese nicht gewöhnlich verlaufen wird. Die Kalifornierin wollte nach der Geburt ihres zweiten Sohnes zu Hause bleiben, der Traum von einem eigenen Haus sollte mit Hilfe des Geldes einer Leihmutterschaft wahr werden. "Du kannst außerdem ein Paar, das keine Kinder bekommen kann, mit einem Baby glücklich machen“, sagte sie. 

Die Agentur Omega Family Global aus San Diego zahlte Jessica umgerechnet 25.000 Euro für die Leihmutterschaft. Die junge Frau sollte ein Kind eines chinesischen Paares austragen. Dazu wurde ihr eine befruchtete Eizelle eingesetzt. Doch als der Frauenarzt Jessicas Bauch untersuchte, machte er eine unglaubliche Entdeckung: "Der Arzt fuhr mit dem Ultraschallgerät über meinen Bauch und meinte 'Nun, ich sehe definitiv, dass da noch ein zweites Baby ist'", wird Allen von dem Nachrichtenportal", erzählte sie ABC News. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Embryo teilt, ist zwar sehr gering, aber es kann vorkommen. Ich war ziemlich überrascht." 

Jessica Allen: Frau wird während Leihmutterschaft mit eigenem Baby schwangeriStock

 

Eine zweite Überraschung für Jessica Allen

Nachdem klar war, dass Jessica mit zwei Babys schwanger ist, sollte sie also zwei Kinder für das Paar austragen. Doch der Arzt sagte ihr aus ungeklärten Gründen nicht, dass es sich nicht um Zwillinge handelte, da sich die Kinder in zwei Fruchtblasen entwickelten. Dieses Phänomen wird als Superfekundation: In einem Zyklus werden zwei Eier in einem zeitlichen Abstand befruchtet und nisten sich in der Gebärmutter ein. Weltweit sind nur etwas zehn Fälle bekannt.

Doch erst bei der Geburt der beiden Jungen war Jessica klar, dass sie nicht beide zu dem chinesischem Paar gehören können. "Mir fiel auf, dass eines der Babys eine viel hellere Hautfarbe als das andere hatte", erklärte die nun dreifache Mama ABC News. "Sie konnten offensichtlich keine eineiigen Zwillinge sein." 

 

Erst nach einem Rechtsstreit konnte Jessica ihren Sohn behalten

Jessica und ihr Mann standen unter Schock: "Ich trug mein eigenes Kind aus, ohne zu wissen, dass es meines war." Doch sie konnte das Baby nicht einfach mit nach Hause nehmen, denn rein rechtlich gehörte es dem chinesischen Ehepaar - obwohl eine DNA-Analyse bewies, dass nicht beide Kinder zu dem Paar gehörten. „Mein Herz war gebrochen. Ich hatte ohne mein Wissen mein eigenes Baby ausgetragen und habe es in die Arme anderer Menschen gegeben, zu denen er gar nicht gehört." Jessica habe nach der Befruchtung Sex mit ihrem Mann gehabt, aber laut eigener Aussage mit Kondom. Warum sie trotzdem schwanger wurde, ist unklar.

Nach einem langen Rechtsstreit mit der Agentur, die sich zunächst sträubte das Kind an Jessica zu geben, obwohl das chinesische Paar einverstanden war und zudem noch 19.000 Euro zurückforderte, bekam Jessica Anfang 2017 schließlich ihr Kind zurück. „Meinen Sohn zu umarmen und zu küssen, war ein unglaublich schöner Moment."

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