SexJiftip: Was kann der Penis-Sticker?

Ein neues Sex-Toy für Männer ist auf dem Markt: Jiftip, der Penis-Sticker, der die Harn-Samen-Röhre abklebt. Doch was kann er? Und eignet er sich auch als Verhütungsmittel?

Einfach draufkleben und schon kann der Spaß beim Sex beginnen: So ungefähr lautet das Credo des Penis-Sticker-Herstellers Jiftip. Der Sinn hinter dem Aufkleber: Die Harn-Samen-Röhre des Mannes verschließen, damit das ejakulierte Sperma nicht herausfließt. Davon - so versprechen die Hersteller - wird der Orgasmus noch intensiver. Denn das bei der Ejakulation normalerweise austretende Sperma wird zwangsläufig zurück in die Harnröhre geleitet. Das Gefühl sollen Männer als stimulierend empfinden.

Ein weiterer Vorteil gegenüber einem Kondom: Nur die Spitze ist bedeckt - der Rest des Glieds ist frei, sodass viel mehr Hautkontakt mit der Partnerin / dem Partner beim Sex zustande kommt.

 

Jiftip: aus ähnlichem Material wie Klebstoffe

Die meisten Urologen, die sich zum Thema "Penisabkleben" geäußert haben, entwarnen zumindest, dass das Zurückfließen des Spermas in die Harn-Samen-Röhre nicht unmittelbar gesundheitsschädigend ist. Das Sperma fließt wohl beim nächsten Urinieren wieder heraus. Gegenüber Vice erklärt der Urologe Volker Wittkamp: "Im schlimmsten Fall entstehen Verstopfungen und Entzündungen im Samenkanal. Dass Männer ernsthafte Schäden oder sogar Tumore davontragen, kann ich mir aber nicht vorstellen."

Den Jiftip-Penissticker kann man(n) laut Hersteller sowohl auf dem erigierten als auch auf dem schlaffen Penis befestigen. Er ist geruchs- und geschmacksneutral. Der Aufkleber besteht aus Polyurethane (PU), also jenem Kunststoff, aus dem auch Schaumstoffe (wie z.B. Küchenschwämme) und Dämmstoffe hergestellt werden. PU haben den Ruf, besonders gut zu haften. So kommt das Material auch bei der Produktion von Schuhsohlen, Klebstoffen und latexfreien Kondomen zum Einsatz. In der Kosmetik wird PU auch in Haut-, Haar- und Sonnenschutzprodukten verwendet.

Jiftip Penis-Sticker Anleitung
Sauber machen, draufkleben, fertig: Die Anleitung scheint selbsterklärend
Foto: jiftip.com

Wer sich jetzt - zu recht! - fragt, ob das Entfernen des Stickers an dieser höchst empfindlichen Stelle nicht höllisch wehtun muss, bekommt die Antwort von Jiftip geliefert: Natürlich tut es weh! Der Penis-Sticker sei eben nicht für jeden geeignet, gibt der Hersteller zu. Urologe Wittkamp vermutet in Vice: "Wenn man den Sticker später von der Eichel abzieht, ist das sicher ein unangenehmes Gefühl. Davon abgesehen kann das zu Reizungen an der Kuppe führen und sogar etwas Haut mit abziehen."

 

Welchen Vorteil haben Frauen von dem Penis-Sticker?

Als Vorteil für Frauen nennt der Jiftip-Hersteller, dass sie sich den Weg zur Toilette nach dem Sex sparen könnten - schließlich gibt es in der Vagina nun kein Sperma mehr, dass auslaufen könnte. Und auf die Frage, ob der Sticker während der Penetration nicht in der Vagina stecken bleiben kann, lautet das Statement auf der Homepage von Jiftip: "Wie bei allem anderen heißt es: vertraue, aber überprüfe auch."

Allerdings schreibt Jiftip auf seiner Homepage: "Jiftip ist kein Kondom-Ersatz und sollte auch nicht als solches verwendet werden." Es ist allein dafür da, um "happy" zu machen. Auch schützt der Penissticker nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten!

Zu kaufen gibt es den Penissticker im 3er-Pack für 8 bzw. 9 Dollar (etwa 7,50 Euro) oder im 10er-Pack für 22 bzw. 24 Dollar (etwa 20 Euro). Alles in Einheitsgröße - schließlich ist die Größe der Harn-Samen-Röhrenöffnung bei jedem Penis gleich (schreibt Jiftip). Was nicht unerwähnt bleiben sollte: Diese neue Erfindung befindet sich zurzeit in der Beta-Version - also in einer Art Testversion. Man(n) kann es zwar schon ausprobieren, allerdings feilen die Hersteller immer noch an dem Penis-Sticker herum. Die Entwicklung geht weiter...

(ww7)

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