Hartz-IV-StrafenJobcenter streicht Hartz-IV-Empfänger die Miete - weil der Kühlschrank leer war?

Daniel Nitsch ist Epileptiker, er lebt von Hartz IV. Seine Wohnung will das Jobcenter jetzt nicht mehr bezahlen – ausgerechnet ein leerer Kühlschrank wurde dem Hartz-IV-Empfänger zum Verhängnis.

Wohl jeder blickt im Laufe seines Lebens einmal in einen fast leeren Kühlschrank. Sei es, weil man es nicht geschafft hat einzukaufen, weil das Geld fehlte, oder schlichtweg, weil man nicht Zuhause war. Für die Mitarbeiterin eines Jobcenters gab es dafür jedoch eine eigene Erklärung: Wer kein Essen im Haus hat, wohnt dort wohlmöglich gar nicht.

Diese Schlussfolgerung bekam Daniel Nitsch aus Berlin aktuell am eigenen Leib zu spüren, wie die Bild-Zeitung berichtete. Der 31-Jährige leidet an Epilepsie und ist daher arbeitsunfähig. Er erhält Hartz IV, seine Wohnung in Berlin-Spandau wurde ebenfalls vom Jobcenter finanziert.

Am 02. Januar soll ein Mitarbeiter zum Kontrollbesuch gekommen sein. Dabei fiel der Blick auch in den Kühlschrank – dessen Leere dem Hartz-IV-Empfänger nun große Probleme bereitet.

Denn einen Monat später, Anfang Februar, erhielt Daniel Nitsch nun ein offizielles Schreiben vom Jobcenter. In dem wurde verkündet, dass die Miete nicht länger bezahlt werden würde, da die Wohnung offensichtlich leer stehe.

Aus der Leere des Kühlschranks schloss die Mitarbeiterin bei ihrem Besuch, dass Daniel Nitsch nicht dort wohnhaft wäre. Der Hinweis stand allerdings nicht allein: Auch Nachbarn hätten den Verdacht geäußert, dass die Wohnung illegal untervermietet würde.

Daniel Nitsch weist die Vorwürfe gegenüber der Zeitung zurück – über die Feiertage sei er lediglich bei seiner Mutter gewesen, so dass er kurz nach Silvester noch keine Lebensmittel in der Wohnung hatte. Das bestätigte auch Mutter Karin Nitsch im Bild-Interview.

Ob der Hartz-IV-Empfänger damit Recht behält, oder die Wohnung tatsächlich untervermietet wurde, soll nun geprüft werden. Dann würde die Miete auch wieder vom Jobcenter übernommen werden – Mutter und Sohn müssten ihre Erklärung lediglich auch dem Amt gegenüber bestätigen.

Wie lange das Prüfverfahren dauert, ist unklar. Feststeht: Momentan bleibt Nitsch alleine auf den Mietkosten seiner Wohnung sitzen.

Bereits Anfang des Jahres verkündete das Jobcenter, es würde zukünftig stärker nach Betrügern fahnden. Immer wieder würden Hartz-IV-Empfänger Einkommen und Lebensumstände verschleiern, um mehr Geld zu bekommen. Dementsprechend hoch sind die Strafen. Diese sollten allerdings noch verhängt werden, wenn der Tatbestand eindeutig ist.

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