GeburtKaiserschnitt: Wird es in der Zukunft keine natürliche Geburt mehr geben?

In Zukunft könnte es nur noch Kaiserschnitte anstatt natürlicher Geburten geben, diese These vertritt eines Evolutionsbiologe der Uni Wien.

Inhalt
  1. Eigentlich müsste die Geburt leichter werden
  2. Vorteile von kleinem Becken und großem Kopf
  3. In Zukunft nur noch Kaiserschnitt?

Eigentlich steht die vaginale Geburt der Entwicklung des Menschen im Wege, so zitiert das Deutsche Ärzteblatt den Evolutionsbiologen. Unter den Primaten haben Menschen die schwersten Geburten. Das liegt auch daran, dass bei drei bis fünf Prozent aller Geburten eine "Becken-Kopf-Misslage" besteht. Diese Komplikation der Geburt hat früher oft zu Todesfällen geführt. Heute wird in diesem Fall ein Kaiserschnitt gemacht.

 

Eigentlich müsste die Geburt leichter werden

Das Missverhältnis von Kopf des Kindes und Becken hätte evolutionär eigentlich verschwinden müssen, um den Geburtsvorgang einfacher zu machen. Biologe Philipp Mitteröcker von der Universität Wien vermutet, dass der Grund dafür, dass dieses Missverhältnis weiter besteht, darin liegt, dass sowohl ein kleines Becken bei der Frau als auch ein großer Kopf beim Kind eigentlich Vorteile sind und deshalb nicht evolutionär ausgemerzt wurden.

 

Vorteile von kleinem Becken und großem Kopf

Ein kleines Becken ist zum Beispiel besser für die Fortbewegung der Frau auf zwei Beinen und sorgt dafür, dass die Gebärmutter nach der Geburt wieder in ihren Normalzustand zurückkehrt. Ein kleinerer Kopf beim Säugling hätte auch eine verminderte Entwicklung des Gehirns zufolge. Auch das scheint von der Natur nicht als sinnvoller Evolutionsschritt gesehen zu werden.

 

In Zukunft nur noch Kaiserschnitt?

Durch die Einführung des Kaiserschnitt wurde das Missverhältnis zwischen Kopf und Becken künstlich umgangen. Keine Mutter muss mehr sterben, weil ihr Becken zu klein ist oder Kopf des Kindes zu groß ist. Dadurch entsteht ein anderer Effekt: Das "Kopf-Becken-Missverhältnis" steigt. Laut dem Wissenschaftler sei es seit den 1950 Jahren um rund 20 Prozent gestiegen. Mehr Kaiserschnitte sind die Folge. Allerdings beruht diese Zahl nur auf theoretischen Überlegungen.

Nicht alle Frauenärzte teilen diese Meinung. Im Alltag spielen auch andere Faktoren wie Übergewicht oder Diabetes eine Rolle für die vermehrte Anzahl an Kaiserschnitten.

 
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