HorrorhausKalifornien: Eltern hielten ihre 13 Kinder gefangen - sie bestreiten die Folter

David und Louise Turpin aus dem kalifornischen Perris haben ihre 13 Kinder über Monate in einem Raum gefangen gehalten und gefoltert. Das Paar bestreitet die Tat.

Inhalt
  1. Was ist genau passiert?
  2. Warum und wie lange haben David und Louise Turpin ihre Kinder misshandelt?
  3. Die Turpins und ihre Scheinwelt

Die Beschreibungen der 13 Kinder, die von ihren Eltern gefangen gehalten und gefoltert wurden, sind erdrückend: Ans Bett gekettet, kein Spielzeug, keine Dusche, kaum zu essen und Schläge. Wenn sie nur ihr Handgelenk waschen wollten, bestraften ihre Eltern sie. Zum Zeitvertreib durften sie Tagebücher schreiben, welche als wichtige Beweismittel dienen könnten. Sogar die beiden Malteser wurden laut DailyMail besser behandelt: Die Polizei fand die Hunde wohlgenährt in dem Haus - während die Kinder von ihren Eltern verspottet wurden, wenn sie Kuchen essen wollten, den sie nicht bekamen. 

David und Louise Turpin werden Misshandlung, Kindesgefährdung und Freiheitsberaubung vorgeworfen, im Falle einer Verurteilung droht ihnen jeweils 94 Jahre Haft. Vor Gericht stritten sie die grauenvolle Tat ab und plädieren auf "nicht schuldig"

Der zuständige kalifornische Staatsanwalt Mike Hestrin sagte dazu: "In mehr als 20 Jahren als Strafverfolger im Bezirk Riverside ist dies einer der schlimmsten Fälle, den ich gesehen habe." Er bitte nun um mehr Hinweise von Nachbarn oder Bekannten der Turpins. "Irgendjemand muss doch etwas bemerkt haben. Wir brauchen Ihre Hilfe." 

 

Was ist genau passiert?

Beim Sheriff von Riverside County ging am letzten Sonntag um sechs Uhr morgens ein Notruf ein: Eine 17-Jährige erzählte, dass ihre 12 Geschwister von ihren Eltern im Haus eingeschlossen seien und dringend Hilfe bräuchten. Sie kletterte zuvor durch ein Fenster und alarmierte mit einem Handy die Polizei. Das Mädchen hatte die Flucht zwei Jahre lang geplant.

Was die Polizei schließlich sah, als sie zu der Adresse fuhr, war grauenvoll. Drei der 12 Kinder waren mit Vorhängeschlössern an Betten gefesselt, schmutzig und unterernährt. Die Eltern hatten sogar noch versucht, zwei der Kinder zu entfesseln, als sie die Polizei sahen. Durch den dunklen Raum zog sich ein beißender Geruch. Einige Kinder bettelten die Beamten um Essen an und erklärten der Polizei, dass sie "am Verhungern waren". Die Opfer sind zwischen zwei und 29 Jahren alt. Ein 12-jähriges Opfer hatte das Gewicht eines Siebenjährigen, die älteste Tochter (29) wog nur 37 Kilogramm.

Die Kinder wurden umgehend auf die Polizeiwache gebracht und mit Essen und Trinken versorgt, durften duschen. Dann wurden sie in umliegende Krankenhäuser zur Behandlung gefahren, wo sie sich immer noch aufhalten.

Perris: Eltern hielten ihre 13 Kinder gefangen und ließen sie fast verhungernGetty Images

 

Warum und wie lange haben David und Louise Turpin ihre Kinder misshandelt?

Wie jetzt bekannt wurde, begannen die Folterungen schon, als die Familie noch in Texas lebte. 2010 zogen die Turpins in das Haus im kalifornischen Perris, wo die Misshandlungen immer schlimmer wurden.
 David Turpin habe laut der New York Times als Ingenieur bei einer Firma bis 2011 gearbeitet und umgerechnet 114.000 Euro im Jahr verdient, seine Frau sei Hausfrau. Das Paar hatte im selben Jahr Insolvenz angemeldet, da es mit 400.000 Euro verschuldet gewesen sein soll. Beim Bildungsministerium von Kalifornien ist die Wohnadresse in Perris als Privatschule namens "Sandcastle Day School" mit sechs Schülern zum Schuljahr 2014/2015 gemeldet. David Turpin hatte sich selbst als Direktor ausgegeben. Möglicherweise wollte das Paar sich so tarnen. 

Die "Los Angeles Times" zitiert einen Polizeisprecher, wonach die Turpins bei der Festnahme "nicht in der Lage gewesen (seien) einen logischen Grund dafür anzugeben, dass ihre Kinder in dieser Weise festgehalten wurden."

 

Die Turpins und ihre Scheinwelt

Auf der Facebook-Seite der Turpins wirkte die Familie glücklich. Auf zahlreichen Fotos lachen die Kinder - ob beim Ausflug ins Disneyland oder bei der Hochzeit von David und Louise im April 2016. Begann das Martyrium erst danach? Auffällig ist allerdings, dass alle 13 Kinder häufig alle dasselbe tragen. 

Und die Nachbarn? Einige berichten, sie hätten gar nicht gewusst, dass in dem Haus Kinder leben. Andere erzählen, die Kinder hätten wie Vampire ausgesehen. Anwohner Julio Reyes erzählt: "Wir haben einige Teenager, vielleicht im vergangenen Jahr, den Rasen mähen sehen. Sie haben auch Weihnachtsschmuck angebracht." 
Die Eltern von David, James und Betty Turpin, hätten ihren Sohn und die Schwiegertochter seit vier oder fünf Jahren nicht mehr gesehen und seien überrascht und schockiert. Den Großeltern der misshandelten Kinder zufolge, seien die Turpins streng religiös, Gott habe sie dazu gebracht, so viele Kinder zu haben. 

Der Anwalt des Ehepaares erzählte der New York Times: "Sie wirkten wie sehr normale Leute, die plötzlich finanzielle Probleme hatten." 

Horror-Haus in KalifornienGetty Images

Horror-Haus in KalifornienGetty Images

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