Aus und vorbei

Karl Lauterbach & Christian Drosten: Traurige Trennung offiziell bestätigt

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat traurige Nachrichten zu verkünden: Nach seinem NDR-Podcast gibt Virologe Christian Drosten einen weiteren, wichtigen Posten auf.

Christian Drosten und Karl Lauterbach
Christian Drosten und Karl Lauterbach gehen getrennte Wege Foto: IMAGO / NurPhoto

Karl Lauterbach (59) muss in Zukunft auf wichtiges Expertenwissen verzichten: Der Virologe Christian Drosten (49) zieht sich aus dem Sachverständigenausschuss zur wissenschaftlichen Beurteilung der staatlichen Corona-Beschränkungen in Deutschland zurück.

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Christian Drosten nimmt den Hut – mal wieder

Es ist ein wichtiger Posten, den Christian Drosten, Leiter des Instituts für Virologie an der Charité Berlin, verlässt. Der Sachverständigenausschuss soll bis Ende Juni fachgerecht beurteilen, ob die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren gerechtfertigt waren. So steht es im aktuellen Infektionsschutzgesetz. Nach Angaben einer Charité-Sprecherin sei Drosten allerdings zu dem Schluss gelangt, dass Ausstattung und Zusammensetzung des Gremiums nicht ausreichten, um eine wissenschaftlich hochwertige Evaluierung gewährleisten zu können.

Nachdem der Wissenschaftler erst Ende März bekanntgegeben hatte, seinen NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" nicht mehr machen zu wollen, räumt Christian Drosten nun also auch seinen Platz im Sachverständigenausschuss.

Warum Drosten seinen Podcast an den Nagel gehängt hat, erfahrt ihr hier:

Karl Lauterbach: Emotionale Twitter-Botschaft

Via Twitter bestätigte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) das Ausscheiden seines sicherlich bekanntesten Experten und lässt keinen Zweifel daran, wie sehr ihn dieser traurige Abschied schmerzt: "Das ist ein schwerer Verlust, weil niemand könnte es besser."

Medien schuld an Drostens Abschied?

Christian Drosten selbst hat sich noch nicht zu seiner Entscheidung geäußert. Im Interview mit der "Rheinischen Post" machte Karl Lauterbach allerdings klar, was Drostens Weggang beeinflusst habe: "Auch falsche und rufschädigende Berichterstattung haben ihn zu diesem Schritt bewogen. […] Sein Rückzug ist ein Beispiel, wie in der Corona-Pandemie gezielt Wissenschaftler angegriffen werden, um eine eigene Agenda durchzusetzen. Es ist unerträglich, wie dadurch mehrere international anerkannte Experten in ihrer Arbeit behindert werden."

Er bedaure es sehr, dass Drosten nicht mehr Teil des wichtigen Gremiums sei, denn nicht viele vereinen virologische wie epidemiologische Kompetenz mit dem Können, sich verständlich auszudrücken. "Er ist ein erstklassiger und unersetzbarer Berater für Politik", betonte der Bundesgesundheitsminister.

Ganz auf Christian Drosten verzichten muss Karl Lauterbach aber nicht: Der Berliner Virologe bleibt Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung.

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