Düstere Zeiten

Karstadt & Kaufhof drohen noch mehr Schließungen!

Galeria Karstadt Kaufhof wird wohl noch mehr Geschäfte schließen als befürchtet. Zudem ist zusätzlich ein Stellenabbau geplant.

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Das muss ein herber Schlag für die Mitarbeiter der angeknacksten Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sein: 80 der rund 175 Filialen des Konzerns sollen geschlossen werden. Außerdem ist geplant, bis zu zehn Prozent der Jobs in den bestehenden Warenhäusern zu streichen. Das geht nach Informationen der Wirtschaftswoche und des Spiegels aus einem Entwurf des Sanierungsplans hervor.

Stellenabbau bei Galeria Karstadt Kaufhof möglich

Keine leichte Zeit für Karstadt und Galeria Kaufhof: Erst fusioinierten die beiden Konkurrenten im November 2018, dann kündigte das Unternehmen im Januar 2019 einen Stellenabbau für 2.600 Mitarbeiter an - und jetzt folgt mit weiteren Schließungen der nächste Schlag. Sollten Vermieter und weitere Beteiligte keine Zugeständnisse machen,  verlieren etwa 5.000 Vollzeitangestellte der Warenhauskette ihren Job.

Corona-Krise sorgt für Milliarden-Verlust

Karstadt Kaufhof steckt seit Anfang April in einem Schutzschirmverfahren mit dem Ziel sich selbst zu sanieren. Der Karstadt-Kaufhof-Investor und österreichische Milliardär Rene Benko, der bereits mehrere Hundert Millionen in das Unternehmen steckte, hat dafür noch bis Ende Juni Zeit, um dem Amtsgericht Essen und Gläubigern einen entsprechenden Sanierungsplan vorzulegen. Das Insolvenzgericht entscheidet am Ende über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Grund für die möglichen drastischen Schritte sind die Folgen der Corona-Krise. Die Kette habe durch die Zwangsschließungen schon mehr als eine halbe Milliarde Euro verloren, man rechne aber mit einer Milliarde Euro, heißt es von der Geschäftsführung nach Informationen des Manager Magazins.

Karstadt & Galeria-Kaufhof Schließungen: Neue Schock-Enthüllungen
Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof könnte bald 80 Filialen schließen. Grund ist auch die Corona-Krise. Foto: Imago Images

Betriebsrat kritisiert den Sanierungsplan

Der Gesamtbetriebsrat bezeichnet den Sanierungsplan als einen "unverantwortlichen Kahlschlag", der unnötig Arbeitsplätze vernichte. Die in dem Entwurf des Sanierungsplans vorgesehenen Maßnahmen seien "an Grausamkeiten kaum zu überbieten" und ein Generalangriff auf alle Beschäftigten. Das schreibt der Betriebsrat in einer Pressemitteilung. 

Außerdem kritisiert der Rat, dass bei den den übrigen Arbeitsplätzen die Arbeitsbedingungen sowie der Lohn zum Nachteil der Mitarbeiter verändert werden sollen. "Das ist brutal! Es hat den Anschein, dass die Unternehmensleitung und der Eigentümer die Coronakrise missbrauchen, um ihre ursprünglichen Planungen von Standortschließungen und Entlassungen doch noch umzusetzen", sagt Bundesvorstandsmitglied Stefanie NutzenbergerDer Betriebsrat fordert ein neues Geschäftsmodell für das Warenhaus.

Die etwa 28.000 Mitarbeiter müssen sich wohl noch gedulden - und hoffen. 

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