GesundheitGefahr Krankenhaus - so schlimm sind die Zustände in Deutschland

Keime, überlastetes Personal, vorzeitige Entlassungen - die Zustände in deutschen Krankenhäusern sind katastrophal. Das sagt Gesundheitsminister Gröhe. 

groehe krankenhaus
Ist doch alles gar nicht so schlimm - Gesundheitsminister Gröhe
Foto: WDR/Mediathek

Die Zustände in deutschen Krankenhäusern sind katastrophal. Das zeigt eine neue Folge der Sendung "Hart aber fair", in der eine Krankenschwester die Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäusern aufdeckt. Unter dem provokativen Titel der Sendung "Gefahr Krankenhaus - wenig Personal, aber reichlich Keime?" diskutierten die Gäste über Sparmaßnahmen deutscher Krankenhäuser und überlastetes Personal. Verschiedene Studien gehen davon aus, dass jährlich 15.000 Menschen durch Fehler des Krankenhaus-Personals sterben.

Wie OP-Schwester Jana Langer in der Sendung erzählte, würden Krankenhäuser seit Einführung der Fallpauschale, bei der Krankenkassen nicht mehr nach Leistungen, sondern pauschal nach Krankheitsfall abrechnen, versuchen, Patienten, so schnell wie möglich nach Hause zu schicken. Patienten werden so zur "Ware", die Geld bringen soll, und oftmals vorzeitig entlassen. 

 

Überlastetes Pflegepersonal und unhygienische Zustände

Auf der anderen Seite steht das Pflegepersonal, das dem Druck von oben kaum nach standhalten kann, überfordert ist und unbezahlte Überstunden ansammelt. Die Schwestern stehen so unter Stress, dass Fehler passieren. Auch seien die Zustände in den Kliniken unhygienisch. Reinhold Beckmann, der ebenfalls Gast der Sendung war, erzählte vom Schicksal seines Bruders, der nach einer Lungenoperation mit multiresistenten Keimen infiziert war. Gegen diese Art von Keime sind die meisten Antibiotika wirkungslos; Beckmanns Bruder starb an der Infektion. 

Beckmann gab in der Sendung niemandem die Schuld am Schicksal seines Bruders, doch wies er auf Ärzte hin, die in Hygienefragen teils schlecht geschult seien und sich auf Krankenbetten setzen oder nicht richtig die Hände waschen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe, der ebenfalls zu Gast war, bot daraufhin eine genauso idealistische wie auch unrealistische Lösung an: "Selbstbewusste Patienten" sollten doch einfach die Ärzte ermahnen, hygienisch zu arbeiten. Ähm, ja. Krankenschwester Lange äußerte auf diesen Vorschlag leise Zweifel; es sei schwer vorstellbar, dass Patienten, die möglicherweise auf den Tod warten, allzu viel Selbstbewusstsein haben.

Gröhes weitere Vorschläge, um das Pflegepersonal zu entlasten, waren ebenfalls etwas sehr pragmatisch: Tablets statt Formularen und Personaluntergrenzen, voilà und schon sind alle zufrieden. Bei Letzterem würde zurzeit allerdings noch diskutiert, wann man eine Personaluntergrenze überhaupt umsetzen könne. Im Großen und Ganzen zeigte die Sendung so nur auf sehr ernüchternde Art: Besser man bleibt gesund. Schade nur, dass man das nicht so einfach mal eben entscheiden kann.

In der ARD-Mediathek könnt ihr noch eine Woche die ganze Folge "Hart aber fair" sehen.

 

 

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