Als erste Supermärkte weltweitKein Kükentöten mehr: Rewe und Penny verkaufen Eier-Sensation

In Deutschland sagen die ersten Supermärkte dem Kükenschreddern den Kampf an. Rewe und Penny sind die ersten Geschäfte weltweit, die Eier verkaufen, für deren Produktion keine Küken mehr getötet wurden.

Inhalt
  1. Sind männliche Küken wirtschaftlich nutzlos?
  2. Seleggt-Verfahren verhindert Kükenschreddern 
  3. Tierschützer und Bund fordern mehr

Für die Produktion der neuen „Respeggt“-Eier werden keine männlichen Küken mehr getötet. Aktuell gibt es sie in 223 Filialen von Rewe und Penny in Berlin zu kaufen. Im Laufe des Jahres sollen es die Eier aber auch in den bundesweiten Verkauf schaffen. Das erklärte die Rewe-Group in einer Pressemitteilung. Preislich macht sich der Unterschied in der Produktion beim Kunden kaum bemerkbar. Die „Respeggt“-Eier sind kaum teurer als gängige Freiland-Eier.

 

Sind männliche Küken wirtschaftlich nutzlos?

Männliche Küken sind wirtschaftlich weder für die Eierproduktion noch als Schlachtvieh geeignet, weil sie beim Mästen nicht genug Fleisch ansetzen und keine Eier legen können. Daher werden sie in den meisten Fällen geschreddert oder vergast. Nach Informationen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erleiden rund 45 Millionen männliche Küken pro Jahr in Deutschland dieses Schicksal.

 

Seleggt-Verfahren verhindert Kükenschreddern 

Allerdings haben jetzt Wissenschaftler der Universität Leipzig ein Verfahren entwickelt, mit dem das Geschlecht bereits im Brutei festgestellt werden kann. „Männliche Bruteier müssen nun nicht mehr ausgebrütet und die Küken dann auch nicht mehr getötet werden“, meint Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Beim sogenannten Seleggt-Verfahren wird mit einem Laser ein winziges Loch in die Schale des Bruteis gebrannt und Flüssigkeit aus dem Inneren entnommen, welche auf geschlechtsspezifische Hormone untersucht wird. So lässt sich das Geschlecht noch vor dem Ausbrüten ermitteln. Statt ausgebrütet und geschreddert werden die männlichen Bruteier in Zukunft gleich zu Tiernahrung verwertet werden.

 

Tierschützer und Bund fordern mehr

Tierschützer sehen mit dieser Methode das eigentliche Problem aber noch nicht gelöst. Agrarexpertin Katrin Wenz vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) meint: „Das ist keine Lösung im Sinne einer verantwortungsvollen Tierzucht, denn Hennen müssen auch weiterhin Höchstleistung erbringen.“ Der Bund würde hier ein grundsätzliches Umdenken begrüßen, erklärt Wenz weiter. Sinnvoll wäre es, die Geflügelwirtschaft so umzustellen, dass männliche Küken aufgezogen und auch vermarktet werden könnten.

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