Heftige KritikKeine Dicken, keine Kinder - Deutsches Design-Hotel stellt verstörende Regeln auf

In einem Hotel in Cuxhaven sind Dicke und Kinder nicht willkommen. Dafür bekommt die Besitzerin jetzt heftige Kritik.

Inhalt
  1. Cuxhaven: Besitzerin will keine Dicken in ihrem Hotel
  2. Wissenschaftler üben heftige Kritik
  3. Angelika Hargesheimer weist Diskrimierungvorwurf zurück

In Cuxhaven sorgt die Besitzerin eines Design-Hotels für Aufsehen: Angelika Hargesheimer vermietet seit gut zwei Jahren Hotel- und Apartmentzimmer direkt am Strand von Cuxhaven. Dabei stellt sie klare Regeln auf: Dicke Menschen und Kinder sind hier nicht willkommen! Grund sei die teure Ausstattung des Design-Hotels.

 

Cuxhaven: Besitzerin will keine Dicken in ihrem Hotel

"Sie haben ja unten die Designerstühle gesehen, das sind richtige Klassiker. Wenn sich da eine Person von über 130 Kilogramm draufsetzt, die sitzt da mit einer Pobacke drauf und der Stuhl hält das auch nicht lange aus. Ich möchte aber ein Designer-Hotel haben, also ich möchte schöne Möbel haben – und nicht so Eiche brutal“, so die schockierende Begründung der Besitzerin gegenüber "Radio Bremen".

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Auch auf der Internetseite des "Beachhotels Sahlenburg" wird dem Bericht zufolge eine deutliche Warnung ausgesprochen. Dort heißt es: "Aus Haftungsgründen weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass das Interieur unseres Hauses für Menschen mit einem Körpergewicht von mehr als 130 kg nicht geeignet ist.

 

Wissenschaftler üben heftige Kritik

Neben übergewichtigen Menschen und Kindern sind auch Raucher in dem noblen Hotel nicht erwünscht. Das strenge Konzept von Angelika Hargesheimer stößt allerdings auf heftige Kritik. Die Regeln der Besitzerin seien schlichtweg diskriminierend, betonen Wissenschaftler.

"Es zeigt eben, dass es in diesem Bereich immer noch so ist, dass man scheinbar unbestraft diskriminieren kann. Es würde sich sicher kein Hotel trauen zu schreiben: 'Homosexuelle sind bei uns nicht erwünscht'. Und diese Extrembeispiele zeigen ganz deutlich das Fehlen dieses Bewusstseins“, so Friedrich Schorb von der Universität Bremen gegenüber dem Regionalmagazin "buten un binnen".

 

Angelika Hargesheimer weist Diskrimierungvorwurf zurück

Von den Diskriminierungsvorwürfen hält die Hotelbesitzerin nicht viel. "Also ich finde es persönlich diskriminierend, dass ich so einen Anblick ertragen muss – ehrlich gesagt. Und ich weiß, wenn ich dick bin, dass da was nicht stimmt. Und es hat auch nicht jeder was mit der Schilddrüse“, meint sie. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur rudert Hargesheimer nun zurück. Ihr liege es fern, Menschen zu diskriminieren. Sie wolle lediglich, dass die Gäste ihren Aufenthalt genießen können, stellt sie klar.

Friedrich Schrob fordert derweil Diskriminierungen aufgrund körperlicher Merkmale mit in das Antidiskriminierungsgesetz aufzunehmen. "Ich glaube, dass es eine unglaubliche symbolische Anerkennung wäre, dass das eine Form der Diskriminierung ist, die genauso schädlich ist, die genauso falsch ist, genauso sanktionierenswert ist, wie Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, aufgrund von Religion, aufgrund sexueller Orientierung, des Geschlechts“, betont der Wissenschaftler.

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