Nur in den Bergen nützlichKeine Winterreifen notwendig? Warum der Michelin-Chef Deutschen vom Kauf abrät

Deutsche Autofahrer können eigentlich auf Winterreifen verzichten. Das sagt jetzt ausgerechnet der Chef des Reifenherstellers Michelin. Wozu er stattdessen rät ...

Wie Michelin-Chef  Jean-Dominique Senard gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) erklärte, bräuchte man in Deutschland nur Winterreifen, wenn man in den Bergen wohnt. Ansonten greift die etablierte Richtlinie von O bis O, also von Oktober bis Ostern, nicht mehr.

Für alle deutschen Autofahrer, die im Winter außerhalb bergiger Regionen unterwegs sind, hat Senard eine andere Kaufempfehlung. Seiner Meinung nach sind Allwetterreifen die richtige Wahl. "Sie kön­nen da­mit wirk­lich über­all hin­kom­men und spa­ren viel Zeit und Geld, weil sie nicht je­des hal­be Jahr die Rei­fen wech­seln müs­sen“, erklärte der Michelin-Chef im Gespräch mit der FAS.

Nach Angaben von Senard sollten es natürlich am besten Reifen aus dem Hause Michelin sein. Interne Tests hätten ergeben, dass die Konkurrenz zum Teil bei der Herstellung der Reifen auf qualitativ schlechteres Gummi setzen würde. Bislang konnte dies aber nicht im Rahmen unabhängiger Tests eindeutig bewiesen werden.

Fest steht allerdings, dass in Deutschland immer noch eine Winterreifen-Pflicht in bestimmten Situationen gilt. Kommt es beispielsweise zu Glatteis oder Schneematsch, greift die Pflicht, nach der Matsch- und Schnee-Reifen (kurz: M+S-Reifen) aufgezogen werden müssen. Auch wenn unter Umständen kein Bußgeld fällig wird, wenn keine Winterreifen aufgezogen werden, ist doch jedem Autofahrer zu raten, die Bereifung zu wechseln, wenn sich das Wetter ändert.

Ein wichtiger Hinweis: Ab 1. Januar 2018 sind Matsch- und Schnee-Reifen nur noch mit einem Schneeflockensymbol und nicht mehr mit dem Kürzel M+S zu kennzeichnen. Das Schneeflockensymbol unterliegt strengeren Kriterien. 
Bis Ende September 2024 dürfen M+S-Reifen aber noch verwendet werden. 

(ww8)

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