SteuereffektKfz-Steuer: Versteckte Erhöhung trifft Autofahrer ab 1. September

Am 1. September werden die KFZ-Steuern aufgrund eines neuen Tests erhöht. Wie wirkt sich das auf die Autofahrer aus?

Künftig sollen die Verbrauchs- und Abgaswerte für Fahrzeuge realitätsnäher ausgewiesen werden. Deswegen erhöht sich die Kraftfahrzeugsteuer ab 1. September für alle Autofahrer. Bislang konnte der Hersteller bei der Messung des durchschnittlichen Spritverbrauchs mit Tricks dafür sorgen, die Werte möglichst niedrig ausfallen zu lassen, schreibt die „Welt“. Die Tricks reichten von Fugen abkleben, Spiegel abnehmen bis hin zum vollen Aufpumpen der Reifen. Diesen Tricks soll künftig mit der WLTP, der „Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure“ entgegengewirken.

Bei dem neuen Test werden Hubraum und der Co2-Wert gemessen, der sich aus dem Spritverbrauch ergibt. Experten gehen von einer 20-prozentigen Erhöhung der Co2-Werte aus. Die Steuern können mit dem Test hoch ausfallen. So könnten beispielsweise Besitzer eines Kia Picanto mit einem Steueranstieg um 75 Prozent rechnen. Jedoch gibt es große Unterschiede zwischen den Herstellern. Die Besitzer eines Opel Corsa erhalten vergleichweise eine Steuererhöhung von 17 Prozent. 

Durch die realistischeren Abgaswerte – und die damit einhergehende Steuerhöhung – könnte die Motivation steigern, auf ein verbrauchsärmeres Auto umzusteigen, schreibt „N-TV“. Kritiker fordern dennoch eine Entlastung der Autofahrer. Eine höhere Kfz-Steuer sei nicht gerechtfertigt, weil der Mehrbelastung in der Realität keine höheren Co2-Emissionen gegenüberstehen. Die Mehreinnahmen des Staates „müssen zwingend in eine bessere Mobilität für Deutschland reinvestiert werden“, sagt ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker zu „N-TV“. Dennoch sagt er, dass die Anpassung der Kfz-Steuern im Grundsatz sinnvoll wäre.

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