ZähneknirschenKieferschmerzen: Knirschen Sie auch?

Inhalt
  1. Warum knirscht man?
  2. Merkt man das?
  3. Gute Hilfe: die Schiene
  4. Warum ist das wichtig?

Viele merken gar nicht, dass sie in der Nacht mit den Zähnen knirschen. Dabei ist es die häufigste Ursache für Kieferschmerzen, Kopf- und Nackenschmerzen.

Fast jeder fünfte Erwachsene tut es: im Schlaf mit den Zähnen mahlen, sodass es knirscht. Macht doch nichts, werden viele denken, ich merk' es ja noch nicht einmal. Das Problem ist: Viele Menschen spüren deswegen tagsüber Kieferschmerzen und zum Teil sogar starke Kopf- oder Nackenschmerzen. Weitere Folgen sind möglich. Denn auch die Muskulatur, die mit den Kaumuskeln verbunden ist, kann sich verhärten und verspannen - bei manchem sogar vom Kopf bis hinunter zum Becken.

 

Warum knirscht man?

Experten wissen: Das ist oft eine unbewusste Reaktion, um den Stress des Tages abzubauen. Meist sucht der Körper im Schlaf ein Entlastungsventil. Auslöser gibt es viele, z. B. Überforderung im hektischen Alltag, familiäre Sorgen, Druck im Beruf.

Seltener hat das nächtliche Zähneknirschen (medizinisch: Bruxismus) rein körperliche Ursachen: Kiefer oder Zähne haben eine Fehlstellung, oder Füllungen oder Zahnersatz passen nicht perfekt.

 

Merkt man das?

Nein, obwohl das Knirschen laut sein kann. Meistens ist es der Partner, der das hört. In einigen Fällen, bei starkem Bruxismus, kann es durchaus aber auch passieren, dass Betroffene selbst davon aufwachen. Viele Menschen spüren es aber eher daran, dass sich die Kaumuskeln morgens angespannt anfühlen. Auch morgendliche Kopf- und Nackenschmerzen sind möglich.

Wichtig: Wer wegen solcher Beschwerden öfter mal aufwacht oder wenn der Partner darauf aufmerksam macht, dass man nachts mit den Zähnen mahlt, sollte mit dem Zahnarzt darüber sprechen.

 

Gute Hilfe: die Schiene

Der Zahnarzt kann in den meisten Fällen gut helfen. Zunächst untersucht er das Gebiss. Sitzt der Zahnersatz richtig? Ist etwas locker? Gibt es Zahnecken oder Füllungen, die leicht überstehen? Solche Unebenheiten gleicht der Zahnarzt zuerst mal aus. Das kann das nächtliche Knirschen schon stoppen. Öfter aber ist eine einfache sogenannte Aufbiss-Schiene nötig. Der Zahnarzt macht einen Abdruck. Danach fertigt ein zahntechnisches Labor die Schiene an, meist für die Zahnreihe im Unterkiefer. Sie besteht aus 1 Millimeter dünnem Kunststoff und verhindert unbewusstes Reiben, schützt den Zahnschmelz, beugt Kieferschmerzen vor und entlastet die Kiefermuskulatur.

 

Warum ist das wichtig?

Eine Antiknirschschiene schützt vor Schäden. Denn das Knirschen ist ungesund. Im natürlichen Zahnschmelz entstehen z. B. Risse, oder der Zahnschmelz nutzt sich ab. Zahnersatz wie Inlays, Kronen, Prothesen oder Implantate können brechen oder sich lösen. Bei einer chronischen Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis) sorgt so eine Schiene dafür, dass sich die Zähne nicht zusätzlich lockern. Etwa jeder zehnte Betroffene hat durch Knirschen auch Probleme mit der Funktion der Kiefer (craniomandibuläre Dysfunktion). Mögliche Folgen sind auch Körper, Kopf- und Nacken- und Kieferschmerzen.

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