AutoimmunerkrankungKinder mit Diabetes: Symptome und Ursachen

Zurzeit leben ungefähr 32.500 Kinder in Deutschland mit Diabetes-Typ-1. Doch woran erkennen Eltern, ob ihre Kinder an Diabetes erkrankt sind? Wir klären über die möglichen Ursachen und Symptome auf.

Inhalt
  1. So unterscheiden sich Typ-1 und Typ-2-Diabetes
  2. Welche Ursachen kann Diabetes bei Kindern haben?
  3. Kinder mit Diabetes-Typ-1: Auf welche Symptome sollten Eltern achten
  4. Wo finden Eltern Unterstützung?

Immer mehr Kinder erkranken Jahr für Jahr an Diabetes. Was viele gerne der steigenden Zahl von Kindern mit Übergewicht zuschreiben, doch das ist nicht korrekt. Denn die meisten Kinder erkranken an Diabetes-Typ-1 und der hat nichts mit dem Gewicht der Kinder zu tun. Welche möglichen Ursachen dies haben kann und auf welche Symptome Eltern achten sollten, erfährst du bei uns.

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So unterscheiden sich Typ-1 und Typ-2-Diabetes

Zucker ist für unseren Körper eine wichtige Energiequelle und wird je nach momentanem Bedarf entweder verbrannt oder in den Zellen gespeichert. Damit der Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangen kann, benötigen wir Insulin.

Typ-1-Diabetiker produzieren zu wenig Insulin, was zu einer Störung des Zuckerabbaus führt. Bei der zweiten Diabetes-Variante produzieren Patienten zunächst genug Insulin. Die Erkrankung entwickelt sich erst über die Zeit. Es entsteht eine Insulinresistenz, die durch einen ungesunden Lebensstil in Verbindung mit einer energiereichen Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht gefördert wird.

Was Sie über Diabetes wissen sollten

 

Welche Ursachen kann Diabetes bei Kindern haben?

Die Ursachen von Diabetes sind noch nicht vollständig geklärt. Die mangelnde Insulinproduktion bei Kindern mit Typ-1-Diabetes rührt daher, dass das Immunsystem der Betroffenen die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und diese schließlich komplett zerstört werden.

Deshalb gilt dieser Diabetes-Typ auch als Autoimmunerkrankung. Ursache für diese Selbstzerstörung sind genetische Gründe. Im Verdacht, ebenfalls Auslöser dieser Autoimmunerkrankung zu sein, stehen Infektionen wie Mumps, Masern und Röteln. Erforscht wird zudem der mögliche Zusammenhang von einer zu kurzen Stillzeit, aber auch von einer zu frühen Gabe von Kuhmilch und glutenhaltiger Kost an die Kinder.

Die Ursache von Typ-2-Diabetes ist noch weitgehend unbekannt. Neben genetischen Faktoren spielt aber auch ein ungesunder Lebensstil eine große Rolle. Aufgrund der erst späteren Entwicklung, meist um das 40. Lebensjahr, wurde es früher auch als Altersdiabetes bezeichnet. Allerdings erkranken auch immer mehr Kinder an Typ-2-Diabetes.

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Kinder mit Diabetes-Typ-1: Auf welche Symptome sollten Eltern achten

Da Diabetes eine Autoimmunerkrankung ist, kann es jederzeit ausbrechen. Deshalb ist es wichtig, die Symptome richtig zu deuten und bei Verdacht auf Diabetes bei deinem Kind, schnellstmöglich euren Kinderarzt aufzusuchen. Denn die Folge des Ausbruchs von Diabetes ist, dass im Blutkreislauf des Kindes immer mehr Zucker kursiert, der dort Schaden anrichten kann.

Symptome bei Kindern mit Diabetes sind:

  • Häufiger Harndrang bis hin zum plötzlichen Bettnässen: Der Zucker entzieht dem Gewebe Flüssigkeit, die über die Nieren ausgeschieden wird. Ist der Blutzucker zu hoch, müssen Diabetiker deutlich öfter auf die Toilette. Kinder können dadurch auch wieder zu Bettnässern werden.
  • Starker Durst: Durch den Flüssigkeitsverlust, aufgrund des häufigen Harndrangs, haben Kinder mit Diabetes deutlich mehr Durst.
  • Dauermüde: Kinder mit Diabetes sind in der Regel sehr müde und schlapp. Manche haben keine Lust zu spielen, sondern möchten lieber etwas Ruhiges machen.
  • Plötzlicher Gewichtsverlust: Trotz regelrechtem Heißhunger nehmen Kinder mit Diabetes rapide und ohne ersichtlichen Grund ab.
  • Sehstörungen
  • Vermehrte Pilzinfektionen: Bei Mädchen im Genitalbereich und bei Babys im Bereich der Windel
  • Schlechte Wundheilung
  • Trockene Haut
  • Stimmungsschwankungen

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Wo finden Eltern Unterstützung?

Für die medizinische Versorgung ist zunächst euer Kinderarzt die richtige Anlaufstelle. Dieser kann euch bei Bedarf auch andere Ärzte und Ernährungsberater empfehlen. Doch auch Kinder werden größer und irgendwann kommen Fragen: „Mama darf ich bei einem Freund übernachten?“ „Mama kann ich auch mit auf Klassenfahrt fahren?“ All das ist mit einer Insulinpumpe oder dem Spritzen von Insulin, dem Blutzuckermessen und anderen notwendigen Dingen nicht immer leicht zu handhaben. Unterstützung bekommt ihr beispielsweise beim Deutschen Diabetiker Verband e.V. oder von der Deutschen Diabetes Hilfe.

 

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