Kinder in NotKinderarbeit - Ausbeutung der Schwächsten

Gekettet an einen Webstuhl, Schwerstarbeit in Goldminen: Millionen von Kindern werden weltweit zur Arbeit gezwungen und ihrer Zukunft beraubt. Was du zum Thema wissen musst – und wie du helfen kannst, Kinderrechte zu schützen.

Kinderarbeit
Foto: iStock
Inhalt
  1. Kinderarbeit ist nicht gleich Kinderarbeit
  2. Kinderrechte gelten
  3. Kinderarbeit fördert Kinderarmut
  4. Kinderarbeit in Indien bleibt ein Problem
  5. Kinderrechte stärken – mit einer Patenschaft von Plan International kannst du helfen
  6. Kinderpatenschaft von Plan International – so funktioniert’s:

Die Zahlen zur Kinderarbeit sind schier unvorstellbar. 168 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren sind nach Schätzungen von UNICEF, des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, davon betroffen. Damit wird etwa jedes zehnte Kind dieser Altersgruppe weltweit seiner elementaren Chancen und Rechte beraubt. Spielen, zur Schule gehen, neugierig die Welt entdecken – allzu oft ist diese Art von Kindheit nur ein Traum.

 

Kinderarbeit ist nicht gleich Kinderarbeit

Bei diesem Thema sprechen wir natürlich nicht vom normalen Mithelfen im Haushalt oder der legalen Beschäftigung von Jugendlichen. Die dürfen beispielsweise in Deutschland ab 15 Jahren für leichte Tätigkeiten wie Zeitungen austragen angestellt werden. Die Kinderarbeit, von der hier die Rede ist, bedeutet Ausbeutung und verletzt Kinderrechte. Die Kinder sind zu jung für diese Art von Arbeit, denn sie ist gefährlich, schädigt die körperliche und seelische Entwicklung und hält vom Schulbesuch ab.

Die Internationale Arbeitsorganisation der UN (ILO) hat 1999 diese vier Bereiche als die schlimmsten Formen der Kinderarbeit definiert:

  • alle Formen der Sklaverei oder alle Sklaverei ähnlichen Praktiken: Darunter fallen der Verkauf von Kindern, Leibeigenschaft, Zwangsarbeit sowie die Pflichtrekrutierung für den Einsatz in bewaffneten Konflikten
  • Kinderprostitution und Kinderpornografie
  • kriminelle Aktivitäten wie die Gewinnung und der Handel mit Drogen
  • Arbeit, die die Sicherheit und psychische sowie körperliche Gesundheit von Kindern gefährdet
 

Kinderrechte gelten

Fast alle Staaten haben sich verpflichtet, bis zum Jahr 2025 jegliche Form der Kinderarbeit abzuschaffen. Die 1990 in Kraft getretene UN-Kinderrechtskonvention, die die Kinderrechte festschreibt, wurde von allen Mitgliedsstaaten mit Ausnahme der USA ratifiziert. Im Kern schreibt sie zehn Grundrechte fest:

Kinder haben ein Recht auf …

  1. Gleichheit
  2. Gesundheit
  3. Bildung
  4. Spiel und Freizeit
  5. freie Meinungsäußerung und Beteiligung
  6. gewaltfreie Erziehung
  7. Schutz im Krieg und auf der Flucht
  8. Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung
  9. elterliche Fürsorge
  10. besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung

Die Realität aber sieht oft ganz anders aus. Laut UNICEF sind von den 168 Millionen Kinderarbeitern weltweit 120 Millionen jünger als 15 Jahre. 85 Millionen leiden unter gefährlichen oder ausbeuterischen Arbeitsbedingungen – zum Beispiel auf Kakaoplantagen, in Goldminen oder als Textilarbeiter. Die meisten Kinder müssen in der Landwirtschaft (98 Millionen) oder als Hilfskräfte im Dienstleistungsbereich (54 Millionen) arbeiten. Während generell mehr Jungen als Mädchen zur Arbeit gezwungen werden, bilden Mädchen den Großteil der geschätzten 15 Millionen Kinder-Haushaltskräfte. Da sie oft bei ihren Arbeitgebern wohnen, sind sie stark von ihnen abhängig und Gewalt – auch sexueller Art – schutzlos ausgeliefert.

 

Kinderarbeit fördert Kinderarmut

Kinderarbeit ist meist Symptom und zugleich Ursache des Teufelskreises der Kinderarmut: Schon die Kleinsten müssen Geld verdienen, brechen deshalb die Schule ab, können als erwachsene Tagelöhner nie der Armut entfliehen und schicken schließlich ihrerseits ihre Kinder zur Arbeit. Schätzungen zufolge müssen 600 Millionen Kinder neben der Schule arbeiten, jedes vierte Kind bricht die Schule deshalb vorzeitig ab. Fast 58 Millionen Kinder im Grundschulalter gehen gar nicht zur Schule.

So erschreckend die Zahl von 168 Millionen Fällen von Kinderarbeit auch ist: Im Jahr 2000 lag sie noch um ein Drittel höher. Neben Gesetzen gegen Kinderarbeit haben sich vor allem Projekte zur allgemeinen Armutsbekämpfung und für Gratisbildungsangebote in den Dörfern und Gemeinden bewährt. Auch Hilfsorganisationen wie Plan International setzen sich für Kinderrechte ein. Daneben kommt uns bei dem Thema als Verbrauchern eine besondere Verantwortung zu. Schließlich profitieren wir durch billige Textilien aus Bangladesch oder günstige Schokolade von der Elfenbeinküste von Kinderarbeit. Wer bewusst nur von Unternehmen kauft, die sich dem Schutz von Kinderrechten verpflichtet haben, leistet einen wichtigen Beitrag.

 

Kinderarbeit in Indien bleibt ein Problem

Kinderarbeit ist etwa in Indien ein anhaltendes Problem. Während die indische Regierung von zwölf Millionen Kinderarbeitern spricht, gehen Beobachter von bis zu 50 Millionen Mädchen und Jungen aus, die als Müllsammler oder in Steinbrüchen ihren Unterhalt verdienen müssen. Viele von ihnen sind Straßenkinder und deshalb Ausbeutung und Gewalt besonders schutzlos ausgesetzt.

 

Kinderrechte stärken – mit einer Patenschaft von Plan International kannst du helfen

Um den Teufelskreis aus Kinderarmut, fehlender Bildung und Ausbeutung zu durchbrechen, ist es mit Reden nicht getan. Die Menschen in Entwicklungsländern brauchen konkrete Hilfe. Von der Politik, den internationalen Hilfsverbänden – und auch du kannst etwas tun! Mit einer Patenschaft beispielsweise kannst du einem Kind eine Perspektive bieten. Und Kinderarbeit aktiv bekämpfen. Wir von Wunderweib kooperieren mit dem Kinderhilfswerk Plan International, um insbesondere die Rechte von Mädchen zu schützen. Die Organisation setzt sich seit 80 Jahren in Afrika, Asien und Lateinamerika für die Chancen und Rechte von Kindern ein. Und vermittelt Patenschaften, mit denen du nicht nur anderen Gutes tust, sondern auch dir selbst eine Freude machst.

 

Kinderpatenschaft von Plan International – so funktioniert’s:

  • für nur 92 Cent am Tag kannst du ein Kind und seine Familie unterstützen
  • dein Geld kommt auch der lokalen Programmarbeit zugute, um die ganze Gemeinde zu stärken
  • du kannst deinem Patenkind Briefe schreiben und es sogar persönlich kennenlernen
  • die Patenschaft ist jederzeit kündbar
  • du kannst auch eine Patenschaft verschenken

Alle Infos findest du hier

Setze ein Zeichen und hilf uns dabei, Kinderarbeit zu stoppen.

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