Polizei ermitteltKinderfänger in Hannover: Berechtigte Angst oder Panikmache?

Hat ein Kinderfänger tatsächlich versucht, einer Mutter in Hannover ihr Kind zu entreißen? Die Polizei ermittelt, allerdings existieren zwei Versionen der Geschichte.
 

Inhalt
  1. Der Kinderfänger von Hannover
  2. Polizei ermittelt, mahnt aber zu mehr Besonnenheit
  3. Zeugin dementiert Kinderfänger-Geschichte
  4. Die Polizei bitte um Mithilfe

Das Entsetzen war groß: Ein Mann im Hannover Stadtteil Linden soll versucht haben, einer Mutter ihren dreijährigen Sohn zu entreißen. Treibt sich etwa ein Kinderfänger in Niedersachsen herum? Inzwischen gibt es Zeugen, die anderes behaupten. 

 

Der Kinderfänger von Hannover

In den ersten Medienberichten zu dem Fall hieß es, ein Unbekannter habe versucht, einen dreijährigen Jungen in seine Gewalt zu bringen. Demnach seit die 24-jährige Mutter gemeinsam mit ihrer 62-jährigen Schwiegermutter und dem Kleinen im Kinderwagen am Donnerstag [7. Februar] gegen 15.30 Uhr eine Straße in Linden entlanggelaufen, als der ca. 50-jährige Angreifer versuchte, ihnen das Kind zu entreißen. Beide Frauen hätten den Kinderwagen allerdings nicht losgelassen, sodass der vermeintliche Kinderfänger keine Chance gehabt habe. Wenige Augenblicke später habe ein silberner VW neben dem Kriminellen angehalten. Der Mann soll auf der Beifahrerseite eingestiegen und so entkommen sein.   
In den sozialen Medien geht seitdem ein Lauffeuer um. Gewarnt wird vor einem Kinderfänger, der mehrfach versucht habe, Kinder ihren Müttern zu entreißen. 
Keine Frage: Meldungen wie diese MÜSSEN ernst genommen werden, schließlich geht es hier um Kinder, die sich selbst noch nicht wehren können. Trotzdem scheint in diesem Fall doch mehr Panikmache zu herrschen, als dienlich ist.  

 

Polizei ermittelt, mahnt aber zu mehr Besonnenheit

Die Polizei Hannover schaltete sich am Valentinstag via Twitter öffentlich in die Berichterstattung um den Fall ein. Online stellten die Beamten zunächst klar, dass der vermeintliche Kinderfänger keineswegs mehrfach zugeschlagen hätte: 
"Derzeit geht in den sozialen Netzwerken um, dass ein Mann mehrfach versucht habe, Kinder mitzunehmen. Uns ist seit gestern ein Vorfall bekannt, der sich am Donnerstag, den 07.02.2019, in #LindenNord ereignet haben soll."

Ihrem eigenen Post fügten die Polizisten später noch wichtige Informationen hinzu – unter anderem die Bitte, keine weiteren Gerüchte in die Welt zu setzen:
"Uns ist der genannte Fall in Linden-Nord bekannt, in dem wir jetzt wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger ermitteln. Weitere Vorfälle sind nach derzeitigem Stand nicht bekannt. Betroffene sollen sich bitte bei der Polizei melden und keine Gerüchte (weiter)verbreiten."

 

Zeugin dementiert Kinderfänger-Geschichte

Obwohl die Polizei wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger ermittelt, ist immer noch nicht klar, ob eine versuchte Kindesentführung überhaupt stattgefunden hat. Glaubt man einer Zeugin, die mit 'neuepresse.de' gesprochen hat, ging es dem Angreifer gar nicht um den Jungen. Angelika K. arbeitet in der Kita, aus der der Kleine kurz zuvor abgeholt worden war, und sie sagte der Zeitung, der Mann habe vielmehr die Mutter bedrängt, nicht das Kind. Ihm sei es wohl um den Kinderwagen gegangen, mutmaßt die Zeugin: "Es ging um die Karre, in der das Kind saß, nie war davon die Rede, dass das Kind da rausgerissen wurde." Der Mythos, "dass es um das Kind geht", sei bei Facebook entstanden. 

 

Die Polizei bitte um Mithilfe

Doch selbst, wenn der Angreifer den Kinderwagen und nicht das Kind selbst im Visier gehabt haben sollte: Traumatisch ist dieses Erlebnis auf jeden Fall, sowohl für die Mutter als auch für ihren Sohn. Die Polizei bittet deswegen weiterhin um sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 0511-109-3920
Die aktuelle Personenbeschreibung des Gesuchten: Er ist ca. 50 Jahre alt, etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß und von kräftiger Statur. Auffällig neben seinem ungepflegten Aussehen sind seine hellen Augen sowie seine zotteligen, grauen Haare.

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