Ab 2018Kleinkinder-Impfpflicht: Frankreich führt Pflichtimpfungen für 11 Krankheiten ein

Ab 2018 wird in Frankreich die Impfpflicht für Kinder ausgeweitet.
Gegen insgesamt elf Krankheiten müssen Kinder in Frankreich in Zukunft zwingend geimpft werden.
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Ab 2018 sind Eltern in Frankreich gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Kinder gegen insgesamt 11 Krankheiten impfen zu lassen.

Jetzt ist es amtlich: Ab 2018 müssen alle Eltern in Frankreich ihre Kinder zwingend gegen elf unterschiedliche Krankheiten impfen lassen. Dies verkündete der französische Premierminister Edouard Philippe am Dienstag vor der Nationalversammlung.

Bislang ist es in Frankreich nur verpflichtend, seine Kinder gegen drei Krankheiten impfen zu lassen: Diphterie, Tetanus und Kinderlähmung. Nun kommen noch folgende acht Krankheiten hinzu: Keuchhusten, Hepatitis B, Pneumokokken, Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln und das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b. Letzteres kann Infektionen im Nasenrachenraum, im Mittelohr und den Nebenhöhlen sowie auch Bronchitis und Lungenentzündungen auslösen.

Zuletzt wurde in Italien die Impfplicht für Kinder eingeführt. Gegen 12 Krankheiten müssen Kinder geimpft werden. Kümmern Eltern sich nicht darum, wird ihr Nachwuchs nicht in Kitas oder für Vorschulklassen angenommen.

Wird Deutschland da bald nachziehen? Auch hierzulande ist in diesem Jahr bereits eine steigende Anzahl an Masernfällen registriert worden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist das Problem häufig, dass die Impfung zu spät erfolge.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hält die Einführung einer Impfplicht nicht für notwendig. Seiner Meinung nach sollte man eher dafür sorgen, dass die Menschen, die die erste Masernimpfung rechtzeitig bekommen, daran erinnert werden, die Folgeimpfung auch vornehmen zu lassen. Gerade die werde nämlich oft vergessen.

Für eine allgemeine Impfpflicht bis zum 14. Lebensjahr in Deutschland sprach sich zuletzt die FDP aus.

 

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(ww8)

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