UmweltschutzKlimavorbild Costa Rica: Ist das Land bereits 2021 plastikfrei?

Costa Rica ist absoluter Vorreiter in Sachen Klimaschutz und erneuerbarer Energien. Aktuell hat es den Anspruch im Jahr 2021 das erste plastikfreie Land zu sein. Doch es gibt noch größere Ziele.

Bereits seit 2014 gewinnt Costa Rica 99 Prozent der Energie des Landes aus erneuerbaren Quellen. Im Juni 2017 folgte dann der Entschluss, sich bis 2021 von Einwegplastik komplett zu verabschieden. Gängiges Plastik muss durch biologisch abbaubare oder recycelbare Alternativen ersetzt werden, die nicht auf Erdöl basieren dürfen. Bei diesem Vorhaben hat Costa Rica die technische sowie finanzielle Unterstützung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen.

 

Costa Rica: Das erste klimaneutrale Land?

Ein Jahr später kam die Ankündigung, dass Costa Rica bis 2050 vollständig klimaneutral sein möchte. Damit wäre es das erste Land, dass wirklich kohlenstofffrei sein würde. Durch die vielen erneuerbaren Energien werden bei der Stromerzeugung kaum noch Emissionen verursacht. Doch beim Verkehr im Land sieht es schon wieder etwas anders aus.

Als Anfang 2019 Carlos Alvarado Quesada zum neuen Präsident von Costa Rica gewählt wurde, verkündete er daher die Nutzung fossiler Brennstoffe deutlich zu reduzieren. "Die Dekarbonisierung ist die große Aufgabe unserer Generation, und Costa Rica muss eines der ersten Länder der Welt sein, das sie erreicht, wenn nicht das erste" erklärte er damals. Bis 2050 will Costa Rica somit komplett auf fossile Brennstoffe verzichten und bereits 2035 sollen 70 Prozent aller Busse und Taxen emissionsfrei sein.

 

Costa Rica will fossilem Brennstoff und CO2 abschwören

Große Ziele für ein Land, dessen Verkehr allein 60 Prozent der Landesgesamtmenge an CO2-Emissionen verursacht. Es sind einfach zu viele Autos auf den Straßen. Der Verkehr erstickt im Stau und die Bevölkerung in Abgasen. Costa Rica hat mit 231 Autos auf 1.000 Einwohner nach Mexiko und Argentinien die dritthöchste Auto-pro-Kopf-Dichte in Mittelamerika. (Zum Vergleich: In Deutschland sind es 561 Autos pro 1.000 Einwohner.) Die Lösung sollen mehr Fahrräder und Elektromobilität sein. Ein neues Gesetz gewährt Unternehmen neuerdings sogar Steuervergünstigungen, wenn sie Fahrradständer aufstellen und Fahrräder für ihre Mitarbeiter kaufen.

Die Ökonomin Mónica Araya, eine costaricanische Nachhaltigkeitsexpertin und Direktorin von Costa Rica Limpia, die sich für erneuerbare Energien und Elektromobilität einsetzt, meint zu dem Vorhaben: „Die Beseitigung fossiler Brennstoffe ist eine große Idee, die aus einem kleinen Land kommt. Diese Idee gewinnt mit dem Aufkommen neuer Technologien zunehmend internationale Unterstützung. In einem Land, das sich bereits rasch von fossilen Brennstoffen verabschiedet hat, könnte die Fokussierung auf den Verkehr - eine der letzten großen Herausforderungen - eine starke Botschaft an die Welt senden.“

Weiterlesen:

Kategorien:
Hol dir jetzt den NEWSLETTER!
#wunderbarECHT

Die Wunderweib-Welt 2

Beliebte Themen und Inhalte