WetterKlimawandel: Milde Temperaturen - Expertin warnt vor fatalen Folgen

Regen, Temperaturen bis zu 10 Grad und Blätter an den Bäumen: Das Wetter in Deutschland ist im Moment alles andere als winterlich. Eine Expertin verrät, warum das so ist - und was das mit dem Klimawandel zu tun hat.

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Inhalt
  1. Noch viele Blätter an den Bäumen 
  2. Wetter-Expertin: "Die Natur ist verwirrt"
  3. Der Trend geht zu kürzeren Wintern

Weihnachten steht in fast zwei Wochen vor der Tür - und einige Bäume tragen immer noch ihre Blätter. Wie kann das sein? Eine Meteorologin hat nun in einem Gastbeitrag für 'T-Online' erklärt, wie es dazu kommt - und warnt vor den Folgen der (noch) milden Jahreszeit. 

 

Noch viele Blätter an den Bäumen 

Berlin hat derzeit 9 Grad, Köln 8, Dresden 11 und Münchens Thermometer misst 10 Grad. Für fast Mitte Dezember sind das eher milde Temperaturen. Dazu fällt eine Menge Niederschlag. Der graue Himmel ist für viele Deutsche ein vertrautes Bild - aber die Blätter, die teilweise noch an den Bäumen hängen? Seltsam. Auch einige Pflanzen beginnen wieder zu Sprießen, als sei der Frühling ausgebrochen oder tragen noch immer ihre Blüten. 

"Schon letztes Jahr fielen die bunten Blätter an unseren Laubbäumen gefühlt sehr spät herunter, aber ich finde, dieses Jahr ist es noch krasser", schreibt Michaela Koschak, Wetter- und Klimaexpertin. "Dieses Jahr halten sich die Blätter an unseren Laubbäumen so lang, weil es noch nicht wirklich viele frostige Nächte gab."

Die Folge: Schädlinge und Krankheitserreger haben leichtes Spiel, vermehren sich und breiten sich aus. 

Klimawandel: Milde Temperaturen - Expertin warnt vor fatalen Folgen
Regen, Temperaturen bis zu 10 Grad und Blätter an den Bäumen: Das Wetter in Deutschland ist im Moment alles andere als winterlich.
Foto: iStock
 

Wetter-Expertin: "Die Natur ist verwirrt"

Die Natur sei schlicht "verwirrt", sagt Koschak. "Denn durch die Klimakrise werden die Vegetationsperioden weltweit betrachtet länger und verschieben sich. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass die Pflanzen im Frühjahr früher austreiben, schneller blühen und im Herbst länger grün bleiben."

Normalerweise ziehen Bäume im Herbst alle Nährstoffe aus ihren Blättern und verschließen die Blattstiele. Dann ist die Wasserversorgung abgeschnitten. Sie halten dann Winterschlaf und wenn friert, regnet oder stürmt, verlieren Wenn es dann richtig kalt wird, es kräftig regnet oder stürmt, fallen die Blätter zu Boden. Da es aber ein milder Herbst war, tragen die Bäume zum Teil noch Blätter.

 

Der Trend geht zu kürzeren Wintern

Koschak warnt auch, dass die Tierwelt unter den zu milden Temperaturen für diese Jahreszeit leidet: "Andere Tiere, die früher Nachwuchs bekommen, haben keine Nahrung für ihre Kleinen, weil die Pflanzen noch nicht ausgetrieben sind. Zugvögeln kann es passieren, dass sie nichts zu fressen finden, weil sie früher als sonst aus dem Süden zurückkommen." 

Jedes Jahr seien die sogenannten phänologischen Jahreszeiten, also die Jahreszeiten, an die sich die Natur orientiert, bedingt durchs Wetter anders. "Aber der Trend zu kürzeren Wintern ist eindeutig zu sehen." 

Die Meteorologin appelliert an alle, sich fürs Klima einzusetzen. "Wenn das alle machen, bewirkt es etwas."

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