Unglück oder Verbrechen? Köln: Mutter und Baby sterben nach Glukosetoleranztest aus der Apotheke – Mordkommission ermittelt

In Köln starben eine junge Mutter und ihr per Kaiserschnitt geborenes Baby nach einem Glukosetoleranztest aus der Apotheke. Eine Mordkommission soll nun klären, wie es dazu kommen konnte. 
 

Inhalt
  1. Tod nach Glukosetoleranztest aus der Apotheke
  2. Pressekonferenz in Köln: Fakten und offene Fragen
  3. Das sagt der Apotheker
  4. Wozu wird ein Glukosetoleranztest durchgeführt?

Köln im Zentrum eines Skandals: Nachdem eine 28-jährige Mutter einen Glukosetoleranztest eingenommen hatte, starben sie und ihr Kind. Das Produkt war in einer Apotheke in Köln-Longerich hergestellt worden.

Eine Mordkommission soll nun untersuchen, wie es zu der Tragödie kam. 

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Tod nach Glukosetoleranztest aus der Apotheke

Medienberichten zufolge hatte sich am Donnerstag (19. September 2019) ein Gynäkologe bei der Polizei gemeldet, um zwei besorgniserregende Fälle zu melden. 

Am Dienstag hätte eine Patientin einen Glukosetoleranztest durchgeführt, diesen aber frühzeitig abgebrochen, weil das Glukosemittel merkwürdig bitter geschmeckt habe. Sie habe nach der Einnahme wegen Übelkeit, Taubheitsgefühlen und Herz-Rhythmus-Störungen im Krankenhaus behandelt werden müssen. 

Der zweite Fall ging nicht so glimpflich aus. Am Donnerstag habe eine 28-jährige werdende Mutter nach der Einnahme des gleichen Glukosetoleranztests ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Sie verstarb noch am selben Tag, ihr per Notkaiserschnitt geborenes Baby einen Tag später. 

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Pressekonferenz in Köln: Fakten und offene Fragen

Am Dienstagmittag (24. September) fand eine Pressekonferenz in Köln statt, die vom 'Kölner Express' begleitet wurde. 
Darin legten Andreas Koch, Leiter der Kriminalinspektion 1, und Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer einige der bekannten Fakten offen. 

Demzufolge wurde am Freitag eine Obduktion an der verstorbenen Mutter durchgeführt und ein multiples Organversagen festgestellt. Auf die Ergebnisse des chemisch-toxikologischen Befundes wird noch gewartet.

Die Obduktion des Säuglings findet am heutigen Dienstag statt. 

Bereits am Montagnachmittag konnte ein "toxischer Stoff" im Behälter der verwendeten Glukoselösung nachgewiesen werden. Glukose wird Klassischerweise als Fertigpräparat an Apotheken geliefert, die dieses dann portionieren. 
Welcher "toxische Stoff" genau nachgewiesen werden konnte, verriet Bremer nicht, um kein "Täterwissen" preiszugeben. Er bestätigte lediglich, dass der fragliche Stoff in Apotheken zugegen sei.  

Man gehe zwar von Fremdverschulden aus, wisse aber noch nicht, ob dahinter Vorsatz stand. Bremer erklärte auf der Pressekonferenz in Köln: "Der Substanz muss ein toxisches Gemisch zugesetzt worden sein, aber nicht in der Produktion, erst nach Anlieferung in der Apotheke. […] Das Glukose-Granulat ist in einem Eimer, daraus werden Portionen abgefüllt. Etwas Fremdes muss in diesen Eimer geraten sein." 

Die Staatsanwaltschaft hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. 

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Das sagt der Apotheker

Während die Polizei weiterhin alle an der Tragödie Beteiligten befragt – darunter den behandelnden Arzt der Toten –, gab der Apothekeninhaber aus Köln-Longerich ein Statement ab. Gegenüber der 'Deutschen Presseagentur' sagte er: 

"Ich bin fassungslos, ich kann es mir nicht erklären. Das ist eine unvorstellbare persönliche Tragödie."

Die Apotheke war am Dienstag geöffnet. Selbst hergestellte Arzneimittel werden vorerst aber nicht verkauft. 

 

Wozu wird ein Glukosetoleranztest durchgeführt?

Ein Glukosetoleranztest kann klären, ob ein Mensch an Diabetes, zu deren Symptome erhöhter Durst, Müdigkeit und trockene/juckende Haut gehören, leidet. 

Dazu trinkt man auf nüchternen Magen eine Glukose-, also Zuckerlösung. Vor und nach der Einnahme nimmt der Arzt Blut ab und vergleicht die Werte anschließend miteinander. 

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