Corona-Maßnahmen

Konzerte nur noch für Geimpfte? Ganze Branche vor dem AUS

Konzerte, Theater und Co. nur noch für Geimpfte, dafür ohne Einschränkungen – diesen Kompromiss sieht die Veranstaltungsbranche als Überlebenschance. 

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

„Professionelle Veranstalter müssen Geld verdienen können – und mit 100 Prozent Kosten und 25 Prozent Einnahmen lässt sich nur mal kein Geld verdienen.“ Klare Worte, von einem, der es wissen muss: Prof. Jens Michow, geschäftsführender Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V. (BDKV), macht sich dafür stark, Veranstaltungen auch in Coronazeiten wirtschaftlich zu gestalten. 

Corona – und kein Ende in Sicht

Nach über eineinhalb Jahren Corona scheint die Lage so angespannt wie eh und je. Die Zahlen steigen wieder, die Delta-Variante breitet sich aus und gleichzeitig lassen sich immer weniger Menschen gegen Corona immunisieren. Die Zahl der Erstimpfungen ist aktuell so niedrig wie zuletzt im Februar, obwohl genügend Impfstoffe vorrätig sind. 

Das hat eine Diskussion um Einschränkungen für Ungeimpfte und Freiheiten für Geimpfte in Gang gebracht, die in diesen Tagen scharf geführt wird. Einer, der Freiheiten für Geimpfte klar und deutlich fordert, ist Prof. Jens Michow, geschäftsführender Präsident des BDKV. Im Interview mit der „Bild“-Zeitung betont der Branchenexperte: „Mehr als uns impfen lassen, können wir nicht tun. Die Menschen, die das getan haben, müssen sich nicht in sippenhaft nehmen lassen.“ 

Mehr Freiheiten für Geimpfte

Konzerte, die für 1.000 Leute gedacht, aber nur von 250 besucht werden, sind zwar für jene 250 toll. Der Eventbranche helfen sie in Zeiten der Krise aber nicht. Michow dazu: „Ich betone immer wieder gerne, dass Veranstaltungen mit Abstandsregelungen für uns keine Veranstaltungen sind, weil sie nicht wirtschaftlich sind. Professionelle Veranstalter müssen Geld verdienen können – und mit 100 Prozent Kosten und 25 Prozent Einnahmen lässt sich nur mal kein Geld verdienen.“

Eine Impfpflicht für Veranstalter, deren Mitarbeiter und Besucher könnte da helfen –wenn sie an Vorteile für Geimpfte gekoppelt ist: „Es muss möglich sein, eben für diejenigen, die den Schutz haben, auch Veranstaltungen durchzuführen und zwar ohne Restriktionen. 

Söder fordert Impfprogramm für Schüler:innen

Impfpflicht ja oder nein?

Gerade mit Blick auf Konzerte & Co. wird eine Impfpflicht heiß diskutiert. Die meisten Politiker und Patientenschützer lehnen sie grundsätzlich ab. Im Gespräch mit der „Funke Mediengruppe“ sprach sich Jens Michow allerdings klar dafür aus. „Im Bereich der Großveranstaltungen und Konzerte gibt es spätestens ab Ende September, wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, nur diesen Weg“, wird er auf „tagesschau.de“ zitiert. 

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (56, SPD) verweist indes darauf, dass eine Impfpflicht nicht unbedingt von der Regierung durchgesetzt werden muss. Restaurant- und Barbetreiber beispielsweise haben aufgrund des geltenden Hausrechts die Möglichkeit, nur Geimpfte zu bedienen. „Die Vertragsfreiheit ermöglicht privaten Anbietern wie Gastronomen eine weitgehend freie Gestaltung ihrer Angebote. Wer seinen Gästen einen besonderen Schutz anbieten will, kann deshalb auch Angebote machen, die sich nur an Geimpfte richten.“

Ob sich eine Impfpflicht mit Blick auf Konzerte & Co. durchsetzen lässt, bleibt fraglich. Die Unsicherheiten im Eventbereich sind allerdings groß – auch, weil es immer wieder Negativschlagzeilen gibt. So infizierten sich bei einem Musikfestival in den Niederlanden, zu dem nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete zugelassen waren, jüngst 1.000 Menschen mit Corona. 

Artikelbild und Social Media: iStock/Marcus Millo

Zum Weiterlesen: