Neue Idee für die UmweltKostenloser Nahverkehr: Das Für und Wider

Die Idee des kostenlosen Nahverkehrs soll der Luftverschmutzung in Großstädten ein Ende setzen, findet aber ebenso viele Befürworter wie Kritiker.

Die hohe Luftverschmutzung in den Großstädten Deutschlands fordert Tribut und setzt die Suche nach umsetzbaren Lösungsvorschlägen in Gange. Als Gegenmaßnahme soll der kostenlose Nahverkehr eingeführt werden, so der Vorschlag von Umweltministerin Barbara Hendricks, Verkehrsminister Christian Schmidt und Kanzleramtschef Peter Altmaier.
Das Angebot soll zunächst in fünf Städten getestet werden, so geht es aus dem Vorschlag hervor. Keine Fahrscheine, weniger volle Straßen und weniger Autoabgase wären neben weniger Autounfällen die logische Konsequenz. 

 

Die Frage nach der Finanzierung bleibt offen

Die Infrastruktur müsste angepasst werden, neue Fahrzeuge angeschafft und weiteres Personal eingestellt werden, damit man mit dem Passagieransturm fertig werden könnte. 
Außerdem sind die Kosten erheblich: Spiegel Online fragte beim Hamburger Verkehrsbund nach. Dieser erziele „durch Fahrscheinverkäufe jährlich rund 830 Millionen Euro, sagte ein Sprecher. Diese Mittel müssten bei einem Gratis-Angebot zusätzlich vom Steuerzahler aufgebracht werden. "Das ist in etwa eine 'Elphi' pro Jahr", sagte der Sprecher mit Blick auf die Elbphilharmonie. Das Konzerthaus hat knapp 800 Millionen Euro gekostet.“
 

Kostenloser Nahverkehr: Das Für und Wider
Kostenloser Nahverkehr - Eine Idee für die Zukunft?

Kritiker gehen noch weiter und unken, dass die Anpassung Milliarden kosten würde und somit nicht kurzfristig umsetzbar wäre. Die 13 Milliarden Euro, die jährlich durch den öffentlichen Nahverkehr in den Verkehrsbetrieben eingenommen werden, könnten da nicht mithalten.
Jetzt überlegt die Bundesregierung, ob sie die Kommunen und Länder finanziell unterstützt, damit das Umweltprojekt langfristig Erfolg hat. 
Einige Testläufe des kostenlosen Nahverkehrs sind aufgrund von Finanzierungsproblemen bereits gescheitert, wie 2013 nach 17 Jahren im belgischen Hasselt. In Tallinn gibt es seit 2013 den kostenlosen Nahverkehr. Ob er langfristig bestehen kann, ist noch unklar. 
Die Grüne sieht das Umweltproblem eher bei den Autos. Viel zu Wenige trügen die blauen Plaketten, außerdem dürfe es Abgasskandal durch Diesel-Autos und manipulierte Fahrzeuge nicht geben. Gegen diese Missstände helfe auch kein kostenloser Nahverkehr.
So oder so, ein Handeln ist unabdingbar, da die EU-Kommission in Brüssel Deutschland mit einer Klage droht. In vielen deutschen Großstädten übersteigt der Ausstoß von gesundheitsschädigenden Stickoxiden die Grenzwerte.

Autorin: Annabel Schütt

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