SkabiesKrätze: Immer mehr Fälle in Schulen und Kindergärten bekannt

Bereits im November gab es einen Anstieg von Krätze-Fällen. Nun melden Krankenkassen einen erheblichen Anstieg der Hautkrankheit in Deutschland. Besonders betroffen sind Schulen und Kindergärten. Nun erkrankten sechs Kinder in der Stadt Querfurt, in Sachsen-Anhalt.

Als Redewendung bekannt ("Da kriege ich doch die Krätze"), galt die Hautkrankheit eher als rar in Deutschland. Doch seit letztem Jahr treten immer mehr Fälle auf. Kürzlich wurde ein erhöhter Anstieg in Hamburg bekannt: „Die Zahl der Betroffenen hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt“, sagt Frank Liedtke, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hamburg gegenüber der Welt. Die entsprechenden Salben seien innerhalb eines Jahres um 64,5 Prozent gestiegen. Bei den Tabletten sind es sogar 90,5 Prozent.

Besonders betroffen sind Kindergärten und Schulen, wo sich die Krätze (Skabies) schnell ausbreiten kann. So erkrankten jetzt sechs Schüler und ein Kind in Querfurt und auch in Halle (Saale) hatte es vor kurzem Fälle von Krätze in einem Kinder- und Jugendschutzzentrum gegeben.

Krätze: Immer mehr Fälle in Schulen und Kindergärten bekanntiStock

 

So wird Krätze übertragen

Krätze wird durch Hautkontakt übertragen: Die Krätzmilben bohren sich in die oberste Schicht der Haut, legen dort ihre Eier ab. Das führt zu unangenehmem Juckreiz. Optisch entstehen Krusten, Schuppen und Entzündungen. Hygiene ist nicht unbedingt ein Grund:„Betroffene müssen sich nicht schämen, denn eine Ansteckung mit Krätze kann jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit fehlender Hygiene zu tun“, erklärt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Barmer. „Hinzu kommt, dass die Krätze zunächst durchaus übersehen werden kann. Dann wird der von den kleinen Milben ausgelöste Juckreiz mit den Symptomen eines Hautekzems verwechselt und auch so behandelt, was wiederum die Krätze kaschiert."

Krätzmilben können einige Tage überleben und sich einen neuen Wirt suchen. Und die Symptome entstehen erst zwei bis sechs Wochen nach Ansteckung. "Erst bei ersten Beschwerden suchen die Eltern mit ihrem Nachwuchs den Arzt auf. Betroffene Kinder sind aber schon ansteckend, wenn die Familien noch nichts von der Infektion wissen“, erklärt Petzold.

Um der Krankheit vorzubeugen hilft es, Kleidung und Bettwäsche täglich bei 60 Grad zu waschen und Polstermöbel regelmäßig abzusaugen. 

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