ver.di-ErhebungKrankenhäuser: In Deutschland fehlen 80.000 Pflegekräfte

Eine Erhebung der ver.di ergab jetzt: In Deutschland fehlen rund 80.000 Pflegekräfte. Es müsste also 22 Prozent mehr Stellen geben, damit die Belastungsgrenze nicht überschritten wird.

Was wäre, wenn am 25. Juni - also in 6 Tagen - alle Krankenhäuser in Deutschland schließen würden? Das wäre fatal. Aber damit das Pflegepersonal in Deutschland keine Überstunden leistet, normale Pausen einlegt und keine spontan Einsätze fahren muss, müsste genau an diesem Tag, dem „Soll-ist-voll“-Tag, die Arbeit niedergelegt werden. Das ergab eine Erhebung der Gewerkschaft ver.di, die unter 600 Stationen mit insgesamt 13.000 Pflegefachkräften durchgeführt wurde. „Der Belastungscheck belegt einmal mehr, dass die Personaldecke erschreckend kurz ist. Die Beschäftigten sind schon alle, wenn der Monat noch gar nicht rum ist“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Das System funktioniert nur, weil die Beschäftigten über ihre Belastungsgrenze gehen und mit hohem persönlichem Einsatz versuchen, den Personalmangel auszugleichen. Sie werden regelrecht verschlissen.“

Damit der "Soll-ist-voll"-Tag nicht schon eine Woche vor Ablauf des Monats eintritt, müsste es, nach Berechnungen der ver.di, 80.000 Pflegekräfte mehr geben. Das sind 22 Prozent. Erst dann könne gewährleistet werden, dass die Patienten ausreichend versorgt werden und Ärzte, Krankenschwestern und Co. unter gesunden Bedingungen arbeiten.  

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Krankenhäuser stehen unter finanziellem Druck

Das Bundesgesundheitsministerium sprach 2017 von kanpp 11.000 Stellen, die in der Pflege fehlen. Gleichzeitig strichen die Kliniken seit 1995 25.000 Pflegestellen. Durch das System der Krankenhaus-Finanzierung stehen diese enorm unter Druck, Kosten sparen zu müssen. Die Anzahl der Patienten stieg parallel dazu an.

Die Gewerkschaft ver.di kritisierte, dass der Personalmangel zur Belastungsgrenze der Mitarbeiter führe und zum "Weglassen von Leistungen gegenüber Patienten", einer "geringeren Intensität der Überwachung des Zustands von Kranken" sowie zu einer "Vernachlässigung der Ausbildung". 

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