Gefährlicher als KariesKreidezähne auf dem Vormarsch: Was Eltern jetzt wissen müssen

Inhalt
  1. Was sind Kreidezähne?
  2. Wie machen sich Kreidezähne bemerkbar?
  3. Welche Altersgruppe ist besonders betroffen? 
  4. Was sind die Ursachen von Kreidezähnen?
  5. Wie kann man Kreidezähne verhindern? 
  6. Wie werden Kreidezähne behandelt? 

Eine neue Volkskrankheit macht sich in deutschen Kindermündern breit: Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, kurz MIH oder auch Kreidezähne genannt. Was Eltern jetzt wissen müssen. 

Karies kennt jeder, doch von den sogenannten Kreidezähnen haben viele noch nichts gehört. Dabei ist die Krankheit mittlerweile bei manchen Altersgruppen weiter verbereitet  als Karies, wie Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnmedizin (DGKiZ) jetzt bekannt gab. 

 

Was sind Kreidezähne?

Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation ist eine strukturelle Veränderung der Zähne, bei der sich der Zahnschmelz nicht richtig entwickelt hat. In der Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kiefernheilkunde (DGZMK) heißt es, dass die Veränderung auf eine Mineralisationsstörung zurückzuführen ist. Das große Problem an der Krankheit: Kreidezähne entstehen nicht aufgrund von schlechter Mundhygiene, die Zähne wachsen bereits schadhaft. 

 

Wie machen sich Kreidezähne bemerkbar?

Betroffen sein können einzelne Höcker oder die gesamte Oberfläche der Zähne. Bei einer leichten Form von MIH bilden sich weiß-gelbliche oder gelb-braune, unregelmäßige Trübungen im Bereich der Kauflächen oder am ganzen Zahn. Bei einer besonders schweren Form der Zahnentwicklungsstörung splittern die Zähne ab oder brechen bereits beim Durchdringen in die Mundhöhle ab. Die betroffenen Kinder klagen über Schmerzen beim Essen, Trinken und Zähneputzen. In diesen Fällen solltet ihr mit eurem Kind sofort zum Zahnarzt gehen. 

 

Welche Altersgruppe ist besonders betroffen? 

1987 wurde die Krankheit erstmals entdeckt. Heute leiden im Durchschnitt etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder unter MIH. Bei Kindern über zwölf Jahren leiden im Schnitt sogar mehr als 30 Prozent an Kreidezähnen. 

 

Was sind die Ursachen von Kreidezähnen?

Laut der Mediziner spielt bei der Entstehung von Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation die Aufnahme von Weichmachern aus Kunststoffen, dem sogenanntem Bisphenol A, welches durch die Nahrung aufgenommen wird, eine entscheidende Rolle. Als weitere Ursachen kommen Probleme während der Schwangerschaft,  Infektionskrankheiten, Antibiotikagaben, Windpocken, Einflüsse durch Dioxine sowie Erkrankungen der oberen Luftwege infrage. Eine eindeutige Ursache gilt aber noch nicht als wissenschaftlich bewiesen, betonen die Experten. 

 

Wie kann man Kreidezähne verhindern? 

Leider gar nicht. Zum einen, weil die Krankheit noch nicht ausreichend erforscht ist, zum anderen, weil Kreidezähne bereits während der Entwicklung entstehen, also zwischen dem achten Schwangerschaftsmonat und dem vierten Lebensjahr. 

 

Wie werden Kreidezähne behandelt? 

Da MIH-Zähne eine raue Oberfläche und in der Substanz eine schlechtere Qualität aufweisen, sind sie besonders anfällig für Karies. Daher muss über das Zähneputzen hinaus eine besonders intensive Prophylaxe betrieben werden, damit die Zähne wirksam vor Karies geschützt werden. 

Fluoridierungsmaßnahmen wie die Behandlung mit Fluoridlack und der Aufbau der Zähne mit verschiedenen Techniken können dazu beitragen. Engmaschige Kontrollen beim Zahnarzt sind für Kinder mit MIH besonders wichtig, denn nur so können auch Kreidezähne bei guter Pflege ein Leben lang halten. 

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