Parasit im BadewasserKryptosporidien: Die Gefahr im Schwimmbad

Kryptosporidien sind Parasiten, die über Badewasser übertragen werden können.
Kryptosporidien sind Parasiten, die über Badewasser übertragen werden können.
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Inhalt
  1. Wie werden Kryptosporidien übertragen?
  2. Symptome einer Kryptosporidien-Infektion
  3. Wie schütze ich mich vor dem Parasiten?

Kryptosporidien sorgen in Schwimmbädern für Aufregung. Die Parasiten überleben auch in chlorhaltigem Wasser – und sind nicht behandelbar. Das musst du über eine Kryptosporidiose wissen.

Sommer, Sonne, Badezeit! Wenn die Temperaturen es diesen wechselhaften Sommer doch einmal erlauben, sind die Schwimmbäder gerappelt voll. Was bei den vielen Menschen so im Wasser herumschwimmt, will man eigentlich gar nicht wissen. Schließlich tötet das Chlor doch sowieso alles ab – oder?

Chlor wirkt gegen viel, aber eben nicht gegen alles. Aus diesem Grund versetzt ein Parasit Badegäste in Angst. Kryptosporidien sind extrem widerspenstige Erreger, die meisten Desinfektionsmittel erweisen sich als wirkungslos. Wer sich infiziert, muss mit starken Durchfällen rechnen.

Das Problem: Es gibt keine Therapie gegen den Parasiten. Insbesondere für immungeschwächte Menschen kann der wochenlange Durchfall somit zur Gesundheitsgefahr werden.

In Deutschland sind Kryptosporidien seit 2001 meldepflichtig, seitdem liegt die jährliche Fallzahl bei 800 bis 1500 Erkrankungen. Die meisten Infektionen werden in den Sommermonaten gemeldet. Die letzte Epidemie wurde 1993 in Milwaukee in den USA gemeldet, dort erkrankten 400.000 Menschen an Kryptosporidiose. Grund war eine Verunreinigung des Trinkwassers.

 

Wie werden Kryptosporidien übertragen?

Die Übertragungswege sind vielfältig. Wie in Milwaukee wird der Parasit aber hauptsächlich über verunreinigtes Trinkwasser übertragen. Ein anderer Ansteckungsweg, der insbesondere im Sommer aufkommt, ist Badewasser. In Schwimmbädern erweist sich der Parasit als besonders problematisch, denn anders als viele Bakterien und Viren, können Kryptosporidien selbst in Chlorwasser überleben. Wer infiziertes Badewasser in Mund oder Nase bekommt, nimmt den Erreger unbemerkt zu sich.

 

 
 

Symptome einer Kryptosporidien-Infektion

Die Inkubationszeit liegt bei ein bis zwölf Tagen, meist bricht die Infektion, auch Kryptosporidiose genannt, nach einer Woche aus.

Manchmal merkt der Erkrankte gar nichts von der Infektion, bei anderen kommt es wiederum zu schweren Fällen. Besonders hohes Risiko haben Schwangere und Menschen mit einer Immunschwäche.

Symptome:

  • Wässriger Durchfall
  • Dehydration
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Fieber
  • Gewichtsverlust

Die Infektion heilt von selbst – allerdings erst nach einigen Wochen. Die Symptome legen sich meist nach ein bis zwei Wochen, bei Babys und immungeschwächten Menschen kann die Infektion noch länger dauern. Das Tückische: Auch nach Rückgang der Symptome wird der Parasit noch einige Wochen über den Stuhl ausgeschieden werden.

Somit können selbst Menschen, die die Infektion schon hinter sich haben, den Erreger weiterhin über das Badewasser verteilen – und alle anderen Badegäste infizieren. Daher wird geraten, mindestens zwei Wochen nach einer Durchfallerkrankung nicht in öffentlichen Bädern oder Gewässern schwimmen zu gehen. Zudem sollten Erkrankte den Kontakt zu immungeschwächten Menschen meiden.

Es gibt aktuell keine Therapie gegen Kryptosporidien. Während der Infektion gilt es somit vor allem, den Körper zu schonen und dem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust entgegen zu wirken, also viel zu trinken.

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Wie schütze ich mich vor dem Parasiten?

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt folgende Maßnahmen, um einer Ansteckung mit Kryptosporidien vorzubeugen:

  • Bei Verdacht auf verunreinigtes Trinkwasser, sollte dieses abgekocht werden. Nur das Abkochen tötet die Erreger sicher ab.
  • Nach jedem Toilettengang sollten die Hände sehr gründlich gewaschen würden, ebenfalls nach dem Wechseln von Windeln, sowie nach dem Kontakt mit Gartenerde und Haustieren.
  • Vor jeder Nahrungszubereitung sollten die Hände gewaschen werden.
  • Obst und Gemüse sollte unter fließend warmem Wasser gewaschen werden.
  • Bei neuen Haustieren sollte eine Untersuchung auf Parasiten stattfinden.
  • Wer sich bereits angesteckt hat, sollte wenn möglich eine eigene Toilette benutzen und Kontakt zu Schwangeren, Kindern und immungeschwächten Menschen meiden.

 

(ww4)

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