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Kündigung in der Probezeit: Krankheit ist kein Grund!

In der Probezeit darf grundsätzlich kein Arbeitnehmer wegen einer Krankschreibung gekündigt werden. Es gibt allerdings Ausnahmen laut eines Urteils des Landesarbeitsgerichts Mainz.

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In der Probezeit können Arbeitgeber und Arbeitnehmer prüfen, ob eine Zusammenarbeit passt. Wer innerhalb der drei bis sechs Monate Probezeit krank wird, ist gesetzlich geschützt: Der Arbeitgeber darf den Mitarbeiter nicht rausschmeißen, weil er mit Fieber und Gliederschmerzen oder einem gebrochenen Bein zu Hause bleibt. Gibt es jedoch bestimmte andere Gründe, kann eine Kündigung rechtens sein.

Kündigung in der Probezeit: Krankheit ist kein Grund!
Eine Krankschreibung ist kein Kündigungsgrund in der Probezeit. Foto: iStock

Kündigung in der Probezeit ist in bestimmten Fällen möglich

Genau danach entschied das Landesarbeitsgerichts in Mainz: Ein Kurierfahrer hatte eine sechsmonatige Probezeit. Er war alleinerziehender Vater eines sechsjährigen Jungen. Weil sein Sohn operiert werden musste, wollte er seinen Urlaub verlängern. Danach war sein Kind krankgeschrieben. Dies teilte der Mann seinem Arbeitgeber noch während der freien Zeit mit. Als der Sechsjährige jedoch einen ganzen Monat krankgeschrieben wurde, erhielt der Vater an dem Tag, an dem er die Krankschreibung an seinen Arbeitgeber faxte, eine fristlose Kündigung. Dagegen klagte der Mann - jedoch ohne Erfolg.

Der Grund: Die zeitgleiche Verlängerung der Krankschreibung hatte nichts mit der Entlassung zu tun. Der Arbeitgeber war schlicht unzufrieden mit der Arbeit des Mannes gewesen und konnte dies durch einen schriftlichen E-Mail-Verkehr mit seinem Steuerberater nachweisen.