LaufkolumneLaufen bei Hitze - wie der Sommer mich gerade in die Knie zwingt

Es ist heiß. Die Temperaturen steigen und mit ihnen verschwindet für mich der Spaß am Laufen. Wie es mit dem Laufen bei Hitze trotzdem klappt - und das nicht nur, weil es muss. 

Inhalt
  1. Bin ich eine Schlecht-Wetter-Läuferin?
  2. "Ich sah so bemitleidenswert aus"
  3. Laufen bei Hitze: Was ich für mich gelernt habe

Ich für meinen Teil hätte ja nicht gedacht, dass ich mal an den Punkt komme, an dem ich mir den verhangenen Himmel und die knackig-kalten Temperaturen aus dem Februar zurückwünsche. Doch nun ist es so weit. Der Sommer ist da und ich komme beim Lauftraining echt an meine Grenzen. 

 

Bin ich eine Schlecht-Wetter-Läuferin?

Als ich vor einigen Monaten mit meinem Lauftraining begonnen habe, konnte ich mir selbst noch kaum vorstellen, dass ich tatsächlich einmal regelmäßig (und sogar auch mit Freude) die Laufschuhe schnüren würde. Inzwischen laufe ich mehrmals die Woche, trainiere sogar zusammen mit einer Laufgruppe (lies nach, ob Laufgruppen auch etwas für dich sind) und das Laufen hat einen festen Platz in meinem Sportplan. Hört sich eigentlich so an, als wenn ich mich gut auf den nahenden Halbmarathon vorbereiten würde. Wenn da nur nicht das Wetter wäre.

Gerade klettern die Temperaturen in Hamburg (und im Rest Deutschlands) auf mehr oder weniger angenehme Höhen. Klar, mit einem kühlen Getränk in der Hand lässt sich das gut aushalten, doch beim Sporteln an der frischen Luft bekommt mir die Hitze weniger gut. Meine Beine sind schwer, ich habe das Gefühl, nicht so gut Luft zu bekommen, beziehungsweise die Luft erscheint mir nicht so frisch, und sprechen wir gar nicht erst von diesem ständigen Gedanken an Wasser und einen Sprung ins kühle Nass. Im Winter hingegen hatte ich solche Probleme nicht, da habe ich mich gegen die Kälte angezogen und los ging es. Da stellt sich doch die Frage: "Bin ich eine Schlecht-Wetter-Läuferin?" So ganz will es nicht wahrhaben, vor allem, weil ich den Sommer als Jahreszeit an sich so gerne mag. Doch wenn ich da an den Pfingstmontag zurückdenke ...

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"Ich sah so bemitleidenswert aus"

Ein kleiner Rückblick: Am Pfingstmontag habe ich mich mit einem Freund zum Laufen verabredet. Angedacht war eine Strecke von ungefähr 15 Kilometern. Eine Strecke dieser Länge bin ich schon öfters gelaufen und in der Vergangenheit war das kein allzu großes Problem. Doch dieses Mal habe ich gelitten wie noch nie zuvor. Nach nicht allzu langer Zeit, ich glaube, es waren etwa fünf oder sieben Kilometer, habe ich bereits gelitten. Gedacht habe ich nur noch an Wasser. Jeder Streckenabschnitt, der keinen Schatten bot, hat mich genervt und ich musste mich immer wieder am Riemen reißen, um nicht einfach anzuhalten oder ein Stück zu gehen. Das kann für meinen Mitläufer nicht allzu angenehm gewesen sein, aber er hat sich nicht anmerken lassen. Danke dafür an dieser Stelle. 

Letztendlich führte kein Weg mehr daran vorbei: Kurz vor unserem Ziel haben wir an einem Restaurant angehalten und nach einem Glas Leitungswasser gefragt (davor musste ich zwischendurch schon ein- zweimal ein kleines Stück gehen) - und es umgehend bekommen. Ich bin überzeugt, dass das ein Stück weit an meiner bemitleidenswerten Verfassung lag.

Dennoch: Nach dem Lauf habe ich mich schließlich gut gefühlt. Ich hatte zwar zum ersten Mal seit Langem wieder richtigen Muskelkater, aber ich war happy. In diesem Moment habe ich mir gedacht: "Vielleicht ist doch noch nicht alles verloren."

 

Laufen bei Hitze: Was ich für mich gelernt habe

  1. Ich kann bei Hitze nicht so schnell sein. Ich bin sowieso schon nicht besonders schnell, aber wenn es heiß ist, muss ich mich bremsen und noch mehr auf meinen Körper Acht geben.
  2. Ich muss im Sommer viel mehr trinken - nicht nur während des Trainings, sondern auch schon davor und anschließend. Meine Wasserflasche ist in den vergangenen Tagen mein ständiger Begleiter.
  3. Ich muss generell mehr auf meinen Körper hören. Auch wenn mir beim Laufen immer wieder Gedanken in den Kopf kommen wie "Das müsstest du doch können, du bist schließlich schon häufiger so weit/schnell gelaufen", darf ich mich nicht davon ablenken lassen, sondern muss darauf Rücksicht nehmen, wie es meinem Körper an genau dem Tag, in genau dem Moment geht. Jeder Tag ist anders. 

Wenn ich mich an diese Sachen halte, sehe ich mich auch noch im Sommer laufen - aber nur dort, wo Schatten ist. Und einen Wunsch habe ich noch: Beim Halbmarathon am 30.06. darf es ruhig ein bisschen kühler sein. 

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