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Erfahrungsbericht ZöliakieLeben ohne Gluten

Bei Larissa (35) wurde mit 20 Jahren Zöliakie festgestellt. Wie sie mit der entzündlichen Darmkrankheit lebt und welche Ernährungstipps Larissa allen Betroffenen mitgeben kann, verraten wir dir.

Ein Leben ohne Gluten bedeutet ein Leben ohne normales Brot.
Foto: Janine Lamontagne/iStock
Inhalt
  1. Diagnose Zöliakie - was bedeutet das?
  2. Die ersten Schritte nach der Diagnose
  3. Leben ohne Gluten: Auf was sollte man beim Einkauf achten?
  4. Welche Ernährungsempfehlungen gibt es bei einem Leben ohne Gluten?
  5. Herausforderung Familienleben: Glutenfrei vs. glutenhaltig

Larissa war 20 Jahre alt und hatte bereits seit einem Jahr mit Beschwerden zu kämpfen: ungeklärte Bauchschmerzen, ein Blähbauch und einiges mehr. Als es wieder einmal besonders schlimm war, wurde bei der jungen Studentin eine Magen-Darm-Spiegelung gemacht und festgestellt, dass der gesamte Dünndarm abgeflacht und entzündet war, die Darmzotten also praktisch nicht existierten. Daraufhin folgte ein Gespräch mit ihrem Gastroenterologen und die Diagnose Zöliakie. Die Lösung: die Umstellung ihrer Ernährung auf eine glutenfreie Diät.

 

Diagnose Zöliakie - was bedeutet das?

Diagnose Zöliakie
Diagnose Zöliakie - und jetzt?
Foto: iStock/andrei_r

Menschen, die an Zöliakie erkrankt sind, können Gluten, das Klebereiweiß aus verschiedenen Getreidesorten, nicht verarbeiten. Folgen können unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder auch Ödeme sein. Einen ersten Symptom-Test kannst du bei Schär machen. Nach dem Test sollte die endgültige Diagnose von einem Arzt durchgeführt werden. 

Bei einer bestätigten Zöliakie lautet die Lösung: eine glutenfreie Diät. Was ein Leben ohne Gluten genau bedeutet, wie Betroffene mit der Diagnose umgehen und worauf es bei der Ernährung mit Zöliakie ankommt, erklären wir dir.

 

Die ersten Schritte nach der Diagnose

Wer die Diagnose Zöliakie bekommt, sollte nun einige Dinge prüfen. Denn nicht nur Lebensmittel, sondern auch Arzneimittel und Mund- und Zahnpflegemittel können Gluten enthalten und schon Spuren von 0,25 g Weizen können eine Immunreaktion auslösen.

Seit Larissas Diagnose vor 15 Jahren hat sich vieles im Bereich der glutenfreien Ernährung getan. Unzählige leckere Produkte wurden entwickelt und diese bekommt man jetzt auch in normalen Supermärkten. So gibt es von der Marke Schär zum Beispiel verschiedene glutenfreie Brotsorten, TK-Pizzen und diverse Snacks.

Für das gemeinsame Kochen in der WG hat sie sich spezielle Brühen und Gewürze gekauft. So wurde in getrennten Töpfen das Essen vorbereitet, aber zusammen gegessen. Dank der heutigen Produktvielfalt könnte Larissa jetzt sogar mit ihren Mitbewohnern  aus einem Topf essen.

 

Leben ohne Gluten: Auf was sollte man beim Einkauf achten?

Nicht nur Weizen, sondern auch andere Getreidesorten enthalten Gluten. Dazu gehören: Roggen, Gerste, Dinkel und Grünkern. Aber auch die eher unbekannteren Sorten Triticale, Einkorn und Emmer Kamut enthalten Gluten. Heute gibt es zum Glück zahlreiche gute Ersatzprodukte aus Mais oder Hirse.

Doch als Larissa vor 15 Jahren ihre Diagnose bekam, sah das noch etwas anders aus. Ist ein Einkauf heute einfacher? „Ich lese die Nährstoffangaben auf Packungen sehr gründlich und bin Mitglied der Deutschen Zöliakie Gesellschaft. Die listen wirklich komplett alle Inhaltsstoffe auf. Also auch wenn Firmen schreiben ‚Könnte Spuren von Gluten enthalten‘ kann man da nachschauen, ob das wirklich so ist. Ich persönlich meide auch alle Produkte, die Spuren enthalten. Am sichersten bin ich, wenn ich Lebensmittel kaufe, die ausdrücklich als glutenfrei ausgewiesen sind, zum Beispiel die von Schär oder Produkte, die von Natur aus glutenfrei sind wie Obst oder Gemüse.

Die meisten Informationen bekommt Larissa von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft. Mitglieder bekommen Listen, Infomaterial und ein Buch mit allen überprüften Lebensmitteln zugeschickt und können dann wie in einem Lexikon nachschlagen. Über ein Jahrzehnt nach der Diagnose ist Larissa Profi. Sie liest sich die Infos regelmäßig durch und weiß dann ganz genau, was sie essen darf und was nicht.

Larissas Tipps zum auswärts Essen gehen: Vorbereitung ist alles. Das Restaurant am besten selbst reservieren, um vorab zu klären, ob man dort etwas essen kann. „Bei Freunden zu Hause esse ich im Zweifel die Suppe dann nicht mit oder frage nach einer Banane. In meiner Tasche habe ich auch für den Notfall immer ein paar Snacks, zum Beispiel von Schär dabei,“ erklärt Larissa.

gemeinsam kochen
Beim gemeinsamen Kochen mit der Familie, Freunden oder Mitbewohnen müssen einige Grundsätze beachtet werden
Foto: iStock/Tempura
 

Welche Ernährungsempfehlungen gibt es bei einem Leben ohne Gluten?

Die Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Zöliakie dürften den meisten von uns bekannt vorkommen, denn sie unterscheiden sich kaum von denen für gesunde Personen. Fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, genau wie ein Milchprodukt und ein bis zwei Scheiben Käse, wenig Fleisch, Wurst und Fisch, viel kalorienarme Flüssigkeit und nur gelegentlich etwas Süßes. 

 

Herausforderung Familienleben: Glutenfrei vs. glutenhaltig

„In meiner Familie kochen wir in zwei verschiedenen Töpfen,“ berichtet die heute zweifache Mutter.

Dadurch, dass viel frisch gekocht werde und kaum Fertigprodukte auf den Tisch kommen, halte sich der Aufwand zum Glück in Grenzen, erklärt Larissa. „Die Kinder probieren auch meine glutenfreien Schär Produkte und sagen dann ‚Mama, davon kannst du mehr kaufen‘. Ansonsten haben wir aber zwei Schubladen. Oben mit meinen Sachen und unten mit dem Müsli der Kinder.“ Aber auch bei gemeinsam genutzten Lebensmitteln wissen ihre Kinder Bescheid: „Für Butter nehmen sie zum Beispiel ein extra Buttermesser und verwenden nicht ihr eigenes, weil sie wissen, dass ich sie dann nicht mehr nutzen kann.“ Wenn die Familie zusammenhält, ist ein Leben ohne Gluten kein Problem.

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