MedizinLebenslang für Chirurg: Erstmals muss ein Arzt lebenslang ins Gefängnis

Jahrelang hat er eine Operation nach der anderen verpfuscht. Deshalb bekommt Chirurg Christopher Duntsch als erster Chirurg lebenslang.

dunstch artikel
Neurochirurg Christopher Duntsch bekommt als erster Chirurg lebenslang
Foto: Dallas Country Jail/AP

In den USA hat ein Mediziner zum ersten Mal eine lebenslange Gefängnisstrafe bekommen. Der Chirurg Christopher Duntsch verpfuschte mehrere Operationen; einige seiner Patienten sitzen heute im Rollstuhl, andere starben sogar. Insgesamt vier von Dutschs Patienten wurden bei seinen Operationen dauerhaft geschädigt, zwei Patienten starben an den Folgen der OP. Deshalb hat ein Gericht in Dallas den 44-Jährigen jetzt zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Duntsch ist mit dieser Strafe der erste Mediziner, der wegen seiner Unfähigkeit eine derart hohe Strafe bekommt.

Angehörige der Opfer kommentierten gegenüber der Washington Post, die Strafe würde ihnen ihre verstorbene Familienmitglieder zwar nicht zurückbringen, doch sorge der Entschluss wenigstens ein wenig für ausgleichende Gerechtigkeit. Zudem sei so sichergestellt, dass Duntsch nie wieder einem Menschen schädigt. Andere Chirurgen, die im Prozess zu Rate gezogen wurden, bemängelten falsch gesetzte Schrauben und Platten und zeigten sich schockiert. 

 

Patientin wäre fast verblutet

Besonders breit diskutiert wurde vor Gericht der Fall der Patientin Mary Edfurd. Diese ließ sich 2012 mit 74 Jaren von Dutsch operieren und verlor dabei ein Drittel ihres Blutes. Seitdem ist ihr Bein gelähmt. Duntschs Anwälte verteidigten den pfuschenden Arzt mit den Worten: "Er war kein Krimineller. Nur eben ein erbärmlicher Chirurg." 

 

Video: Warum werde ich immer vor dem Urlaub krank?

 
Kategorien: