EmbryonenschutzgesetzLeihmutterschaft: FDP will Gesetz zur Legalisierung

Die FDP will Leihmutterschaft in Deutschland erlauben und auf die Ehe für alle als neues Familienmodell reagieren.

Inhalt
  1. FDP will Leihmutterschaft legalisieren
  2. Embryonenschutzgesetz soll neu definiert werden
  3. Abstammungs- und Adoptionsrecht muss auf Ehe für alle eingehen

Die FDP will eine Reform des Embryonengesetzes voranbringen: Ziel soll sein, die Leihmutterschaft und Embryonenspenden zu legalisieren. Außerdem will die Oppositionspartei auf die Ehe für alle als gleichwertiges Familienkonzept eingehen.

 

FDP will Leihmutterschaft legalisieren

FDP-Gesundheitsexpertin Katrin Helling-Plahr fordert, dass die Möglichkeit zur Leihmutterschaft auch in Deutschland erlaubt sein soll - allerdings nicht gegen Bezahlung. Wer jedoch Leihmutter für Freunde oder Familie sein möchte, um diese bei der Familiengründung zu unterstützen, solle die Möglichkeit bekommen. "Wenn beispielsweise eine Frau ein Kind für ihre Schwester oder ihre beste Freundin austragen möchte, weil diese sich zwar ein Kind wünscht, aber selbst keines bekommen kann, wollen wir das ermöglichen", betont die FDP-Politikerin laut dem Tagesspiegel in einem siebenseitigen Papier zu den angestrebten Reformen der Partei.

Eine Leihmutterschaft ist in Deutschland bisher grundsätzlich verboten.

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Embryonenschutzgesetz soll neu definiert werden

Das ist aber noch nicht alles, Helling-Plahr will das komplette Embryonenschutzgesetz lockern: "Das Embryonenschutzgesetz ist von gestern und muss reformiert werden." Deutschland sei "viel zu zögerlich", was Embryonenspende betrifft. Andere Länder seien da deutlich fortschrittlicher.

Das Embryonenschutzgesetz erlaubt in Deutschland bisher nur Embryonenspenden, die bei einer künstlichen Befruchtung entstehen und nicht verwendet werden, wie das ZDF berichtet. Da nur drei Embryonen pro Zyklus in die Eizelle gesetzt werden dürfen, bleiben immer einige Embryonen übrig. Diese dürfen dann unter strengen Voraussetzungen gespendet werden.

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Abstammungs- und Adoptionsrecht muss auf Ehe für alle eingehen

Laut Helling-Plahr müsse nach dem Gesetz zur Ehe für alle nun die Familienplanung mit einkalkuliert werden, was gleichgeschlechtliche Paare betrifft. "Wir fordern eine Reform, die endlich die gesellschaftliche Wirklichkeit zur Kenntnis nimmt", betont die Politikerin.

Die gewünschte Gesetzesänderung der FDP beinhaltet auch, dass bis zu vier Personen sich das Sorgerecht für ein Kind teilen dürfen. Bisher sind nur zwei rechtlich anerkannte Eltern erlaubt.

"Jeder, der Verantwortung für ein Kind übernehmen möchte, hat die Unterstützung seines Kinderwunsches verdient - unabhängig davon, ob er ein klassisches Familienbild lebt oder nicht", betont die Gesundheitsexpertin der FDP in dem Gesetzesvorschlag.

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