ItalienLesbisches Paar kann ihr Baby nicht anmelden - der Grund ist absurd

Ein lesbisches Paar aus Italien darf ihren neugeborenen Sohn nicht anmelden - weil keiner der Frauen Sex mit einem Mann hatte. Jetzt mischte sich die Politik in den Fall ein.

 

Chiara Foglietta und ihre Freundin Micaela Ghisleni aus der Großstadt Turin wünschten sich ein Baby. Mit Hilfe von fremdem Sperma wurde Chiara durch künstliche Befruchtung schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. Als das Paar den Neugeborenen anmelden wollten, sollte der Vater des Kindes auf dem entsprechenden Dokument eingetragen werden. Beide Frauen lernten den Spender nie kennen, was im Falle einer künstlichen Befruchtung auch nicht ungewöhnlich ist. Doch wie Chiara schwanger wurde, durfte sie auf dem Formular nicht angeben. "Mir wurde gesagt:, Sie sollten behaupten, dass sie Geschlechtsverkehr mit einem Mann hatten, damit ihr Junge resgistriert werden kann'", schreibt die Italienerin in einem Facebook-Post. "Es gibt also kein Formular, auf dem man die Option der künstlichen Befruchtung angeben kann."

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Lügen, um den Jungen anzumelden

Zwar wird Nachwuchs von gleichgeschlechtlichen Paaren in Italien anerkannt - handelt es sich um künstliche Befruchtung, die in Italien äußerst selten vorkommt, können Babys nicht registriert werden. "Ich müsste lügen, um meinen Jungen anmelden zu können. Jedes Kind hat das Recht zu wissen, wo es her kommt", sagt Chiara Foglietta. Sie hoffe, dass sich die Regierung von Turin einmische. 

Und die äußerte sich schnell zu dem Fall: "Ich möchte zugunsten der Familie entscheiden und das Kind registrieren", so Chiara Appendino, Bürgermeisterin von Turin. "Doch wir sind hier in einem rechtsfreien Raum, sodass ich für nichts garantieren kann."

Wir hoffe, dass sich Appendino dafür einsetzt - und gleich für eine neue Gesetzeslage kämpft. 

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