EsoterikLichtnahrung: Erster Todesfall seit 20 Jahren - Hamburger stirbt

Zum ersten Mal nach 20 Jahren ist ein Mensch gestorben, weil er sich an der sogenannten "Lichtnahrung" orientiert hat. Der Hamburger ist gerade mal 22 Jahre alt geworden. 

Inhalt
  1. Finn Bogumil glaubte, dass er nur von Licht leben kann
  2. Lichtnahrung: Umstrittener Film war wohl Vorbild des jungen Mannes
  3. "Der Grund für seinen Tod war das Fasten"

Finn Bogumil ist nur 22 Jahre alt geworden. Nach Informationen des NDR starb der Hamburger bereits Ende 2017 auf der Karibik-Insel Dominica, weil er sich an der "Lichtnahrung" orientierte. Das Konzept stammt aus der Esoterik und basiert auf der Annahme, das sich ein Mensch nur von Licht ernähren kann. Finn aß und trank nichts mehr. 

 

Finn Bogumil glaubte, dass er nur von Licht leben kann

Der Hamburger ist anscheinend der erste deutsche Staatsbürger seit über 20 Jahren, der wahrscheinlich im Zusammenhang mit der "Lichtnahrung" gestorben ist. Die genaue Todesursache steht noch nicht fest. Nach Zeugenaussagen soll Finn mehrmals versucht haben, ohne Nahrung und Flüssigkeit auszukommen. Die Anhänger der Lichtnahrung sind der Meinung, das der Mensch sich nur von Lichtenergie ernähren könne. Die esoterische Weltanschauung ist nicht wissenschaftlich belegt worden und aufgrund ihrer gefährlichen Lebensweise höchst umstritten

Finn kannte keine Angst, kein Scheitern, lebte gerne in Extremen, sagen seine Eltern in der NDR-Dokumentation "Die Lichtnahrung". Er machte auf einer Reise in Südamerika esoterische Erfahrungen, konsumierte Drogen. 2015 ist er in psychiatrischer Behandlung. 

 

Lichtnahrung: Umstrittener Film war wohl Vorbild des jungen Mannes

"Ich glaube an die Lichtnahrung. Die Fähigkeit, ohne physische Nahrung gesünder, besser und energetischer zu leben. Nach dem Prinzip 'Geist über Materie'. Seitdem ich davon erfahren habe, lässt mich das nicht mehr los. (…) Und es gibt Tausende Menschen, die das schon vorleben", schreibt Finn in einem Brief an seine Eltern, neun Monate vor seinem Tod.

Er nennt den Dokumentarfilm "Am Anfang war das Licht" aus dem Jahr 2013 und scheint von ihm beeinflusst zu sein. Der sehr umstrittene österreichische Film stellt die Lichtnahrung so da, als würde sie wirklich funktionieren. Anhänger, die angeblich seit Jahren nach dem Konzept leben, werden interviewt. Für Me­di­zi­ner eine unmögliche Lebensweise. "Wir halten die Methode für sehr gefährlich, weil beim vollständigen Verzicht auf feste und flüssige Nahrung bereits ab dem dritten Tag das Risiko einer tödlichen Dehydratation steigt", sagt Sabine Riede von der Beratungsstelle "Sekteninfo NRW" dem NDR.

"Wir wissen, dass er von dem Film so fasziniert war und von der unterschwelligen Botschaft, dass man ganz auf Nahrung verzichten könnte", erzählt sein Vater. "Und das wäre ein Idealbild von der Welt. Ich glaube, er wollte von dieser Bewegung zum Führer werden."

 

"Der Grund für seinen Tod war das Fasten"

Finn machte sich trotz Warnungen seiner Eltern auf den Weg zur Insel Dominica. Thomas Allan fand den jungen Mann im Dschungel. Er atmete noch. Aber Allen konnte ihm nicht mehr helfen. "Er war so ein liebenswerter Mensch", sagt er. "Aber der Grund für seinen Tod war das Fasten."

Fins Vater glaubt, dass sein Sohn nicht der Letzte ist, der aufgrund der Lichtnahrung stirbt. "Diese Szene existiert weiterhin." Fins Familie möchte vor der Lichtnahrung warnen und ist deshalb an die Öffentlichkeit gegangen. 

Zuletzt war 1997 in Deutschland ein Mensch gestorben, der die Lichtnahrung praktizierte; in der Schweiz starb 2011 eine Frau, die nichts mehr aß und trank.

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