SpätabtreibungLindsey Paradiso musste ihr Wunschkind abtreiben

Zärtlich h#lt Lindsey Paradiso nach der Abtreibung den kleinen Fuß ihrer Tochter Omara in den Händen.
Zärtlich hält Lindsey Paradiso nach der Abtreibung den kleinen Fuß ihrer Tochter Omara in den Händen.
Foto: facebook.com/lindsey.shaffer

Trauriges Ende einer Schwangerschaft: wegen eines Tumors musste Lindsey Paradiso ihr Kind abtreiben. Jetzt kämpft sie für das Recht auf Abtreibungen.

„Dies ist das Ende einer Wunsch-Schwangerschaft. Es ist eine Spätabtreibung, die nicht gewollt war, kein Ausweg, keine Geburtenkontrolle. Es war herzzerreißend.“

Diese Worte stehen unter den Bildern eines furchtbar traurigen Paares, das in seinen Armen ein winzig kleines Baby hält. Ein Baby, das keine Chance auf Leben hatte und viel zu früh sterben musste.

Warum lässt eine werdende Mutter ein Kind abtreiben, das sie sich so sehr gewünscht hat?

Die Geschichte der amerikanischen Fotografin Lindsey Paradiso ist furchtbar traurig. Sie musste ihre sehnlichst gewünschte Tochter in der 23. Schwangerschaftswoche abtreiben lassen, weil sich ein Tumor am Kopf der Kleinen gebildet hatte.

 

Am Kopf des Babys wuchs ein seltener Tumor

Es war bei einem Ultraschall-Termin in der 18. Woche, als die Ärzte die kleine Blase im Nacken des Babys entdeckten. Weitere Untersuchungen sicherten die schreckliche Diagnose: es handelte sich um einen seltene Tumor mit dem Namen Teratoma.

Die Ärzte rieten Lindsey und ihrem Mann zur Abtreibung des Kindes, denn für sie war klar, dass das Baby sterben würde. Doch für Lindsey und ihren Mann kam das nicht in Frage. Sie hatten sich sogar schon einen Namen für ihr Baby ausgedacht. Omara sollte das Mädchen heißen.

Wir wollten unser Kind, egal wie. Wir wollten nicht, dass sie stirbt. Wir wollten ihr eine Chance geben, zu kämpfen“, berichtet Lindsey in einem Blog-Eintrag.

 

Lindsey wollte für ihr Baby kämpfen

Die Eltern beschlossen auf eine riskante Strategie zu setzen. Sie wollten die Schwangerschaft fortsetzen und das Baby in der 27. Woche per Kaiserschnitt holen lassen, denn dann wäre der Tumor schon zu groß gewesen, um das Kind noch vaginal gebären zu können. Allerdings bestand bei dieser Variante für Lindsey eine große Gefahr, dadurch unfruchtbar zu werden.

Doch das Schicksal entschied gegen die tapferen Eltern.

Der Tumor an Omaras Kopf wuchs rasend schnell. Schon wenige Tage später wucherte er bereits in Augen, Kopf und Lunge des Kindes.

„Wir hatten trotzdem noch Hoffnung“, erinnert sich Lindsey, „die Ärzte sagten, dass sie ein oder zwei solche Fälle jedes Jahr sehen würden, und zeigten uns ein kleines Mädchen, das denselben Tumor gehabt hatte und überlebte. Sie musste zwar ihr erstes Lebensjahr auf der Intensivstation verbringen, konnte aber inzwischen ein halbwegs normales Leben führen.“

Doch auch diese Hoffnung wurde zunichte gemacht.

 

Der Tumor war zu aggressiv

Weitere Untersuchungen machten klar, dass Omaras Tumor deutlich aggressiver und ihr Zustand viel schlechter war als bei dem anderen Mädchen. Ihr Tumor war inzwischen drei Mal größer als ihr Kopf geworden.

Die Ärzte versicherten Lindsey und Matt, dass ihr Kind vor der 27. Woche im Mutterleid sterben würde. Dann wäre Lindsey gezwungen gewesen, das Kind auf natürlichem Wege aus ihrem Körper scheiden zu lassen. Doch das wollte sie nicht: „Ich war bereit, es zu riskieren, nie wieder ein Kind bekommen zu können, wenn es bedeutet hätte, dass Omi hätte überleben können. Aber ab dem Moment, in dem wir wussten, dass sie vorher sterben würde, war der Gedanke daran, zusätzlich unfruchtbar zu sein, zu viel für uns.

Schweren Herzens entschieden sich Lindsey und Matt also für eine Spätabtreibung.

Doch aufgrund der strikten Gesetzte zu Abtreibungen in den USA mussten sie quer durchs Land fahren, um eine Klinik zu finden, in der sie den Abbruch durchführen lassen konnten.

Schließlich wurde in der 23. Woche, am 26. Februar 2016, die tödliche Spritze gesetzt.

Lindsey lag 40 Stunden in den Wehen, um ihr totes Kind zu gebären. Sie berichtet von den schweren Stunden: „Es war so schmerzhaft und so anstrengend, aber ich wollte meine Tochter zur Welt bringen, damit ich sie halten und mich verabschieden kann.

 

Kampf für das Recht auf Abtreibung in den USA

Jetzt setzt sich Lindsey aktiv für einen Erhalt des Rechts auf Abtreibungen in den USA ein, das der neue amerikanische Präsident Donald Trump abschaffen will, denn, so erklärt Lindsey:

„Hätte ich nicht das Recht auf die Abtreibung gehabt, hätte ich meine Tochter weiter austragen müssen und hätte sie niemals in meinen Armen halten können.“

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